Worauf ihr bei einer Camperreise durch Bulgarien achten solltet




6 Bilder: Bildergalerie Bulgarien
Bulgarien lockt viele Touristen an den Goldstrand und Sonnenstrand. Doch das Land hat weitaus mehr zu bieten, angefangen von Skiresorts über Thermalbäder bis hin zu Relikten der römischen Kultur. Bulgarien ist dank des niedrigen Preisniveaus und der großen Vielfalt an Aktivitäten ein attraktives Reiseziel, welches noch entdeckt werden muss.

Bulgarien, amtlich Republik Bulgarien, ist ein Staat in Südosteuropa und
Seit 2007 ist Bulgarien Mitglied der EU, allerdings ist das Land noch kein Mitglied des Schengener Abkommens.
Amtssprache Bulgariens ist Bulgarisch und die Landeswährung ist der Lew.
Zu seinen Nachbarn zählt das Land Griechenland, Mazedonien, Serbien, Rumänien und die Türkei.

Wir haben für euch alle Informationen, die ihr für eine Reise im Campervan und Wohnmobil benötigt, auf dieser Seite zusammengetragen.

Hauptstadt Sofia

Bevölkerungsanzahl 7,0 Millionen

Landesfläche 110.994 km2

Bevölkerungsdichte 64,7 Einwohner / km2

Landessprache Bulgarisch

Währung Lew

Beste Reisezeit Mai-September

Jahresdurchschnittstemperatur 10,4 Grad C (Sofia)

Waldfläche 35,4 %

Wasserfläche 2,2 %

Küstenkilometer 354 km

Karte Bulgarien
Bulgarien ist ein echter Alleskönner, denn hier gibt es atemberaubende Natur, wunderschöne Strände zum Relaxen, historische Städte, die dich in die Vergangenheit eintauchen lassen und jede Menge Klöster und Kirchen. Wanderfreunde werden die unterschiedlichen Gebirge (Rila Gebirge, Pirin Gebirge und Rhodopen) lieben. Auf den zahlreichen Wanderungen können Reisende die unberührte Natur des Landes genießen. Sonnenanbeter und Badeurlauber nennen die Küstenregion am Schwarzen Meer ihres. Hier kannst du jeden Tag Sonne tanken und dir deinen Urlaubsteint holen. Lust auf Party am Abend? Kein Problem, mit dem Goldstrand hat Bulgarien seinen eigenen Ballermann.
Um deinen Geldbeutel musst du dir auch nicht allzu viele Gedanken machen, denn das Preisniveau in Bulgarien ist verhältnismäßig niedrig. Zur Abwechslung willst du auch etwas Kultur erleben? Ab in die Hauptstadt Sofia oder eine der anderen Städte wie Varna oder Plowdiw. Spaziere durch die Altstadt und lasse dich von ihrem Charme faszinieren. Lust auf Wintersport, aber auf der Suche nach etwas Abwechslung? Wie wäre es statt Österreich und Schweiz mit Bulgarien? Auch hier gibt es tolle Skigebiete.
Viele Urlauber kennen nur die Küstenregion Bulgariens, doch es gibt noch eine Reihe anderer Highlights als das Schwarze Meer, den Sonnen- und den Goldstrand.

Sofia
Die Hauptstadt hat mehrere Schätze, so z.B. die Alexander-Newski Kathedrale, welche die größte Kirche im Land ist. Den Namen Sofia verdankt die Stadt der Sophienkirche. Etwas weniger bekannt, aber ebenfalls ein Highlight und sogar ein UNESCO Weltkulturerbe ist die Kirche von Bojana.

Die thrakischen Grabstätten in Sboryanovo
Im historisch-archäologischen Reservat Sboryanovo sind rund 40 Grabstätten der Thraker zu sehen. Die Thraker waren ein in der Antike lebendes Volk, welches den gesamten Balkan besiedelte. Das Grab von Sveshtari, einem thrakischen König, ist das beeindruckendste und gleichzeitig ein UNESCO-Weltkulturerbe.



Rila Kloster
In Bulgarien sind viele Klöster über das Land verteilt. Das schönste und bekannteste ist aber das Rila Kloster, welches sich in einem Tal auf der westlichen Seite des Rila Gebriges befindet. Ein Highlight für Touristen ist die Klosterkirche im Innenhof, die innen wie auch außen viele aufwändige Fresken vorweist. Das Rila Kloster ist ebenfalls ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Plowdiw
Die zweitgrößte Stadt Bulgariens ist nur wenigen Leuten bekannt, aber das bedeutet nicht, dass es hier nichts zu entdecken gibt. 2019 war sie eine der Kulturhauptstädte Europas, denn hier stehen neben dem Theater und dem Römischen Stadion aus der Antike auch zahlreiche Sakralbauten, die wunderschön sind. Dazu gehören die orthodoxen Kirchen, die Synagoge und die byzantinischen Moscheen mit ihren Minaretten, die über der Stadt thronen. Die historische Altstadt hat mit ihren engen Gassen und typischen Häusern mit reich verzierten Fassaden ihren eigenen Charme.


Wanderungen in den Gebirgen
Zu erwähnen ist hier einmal das wunderschöne Rila Gebirge, welches den höchsten Berg der Balkaninsel hat, den 2925 m hohen Musala. Es gibt eine Reihe wunderbarer Wanderwege durch die unberührte Natur. Ein Highlight: die Sieben Rila Seen.
Das Pirin Gebirge mit dem Pirin Nationalpark ist im Frühjahr ideal für Wanderungen, Spaziergänge und Ausritte und im Winter können Wintersportler die Pisten unsicher machen.
Die Gebirgskette der Rhodopen hat ebenfalls viele Highlights zu bieten, angefangen von Hochgebirgsseen über Höhlen bis hin zu Wasserfällen. Zusammen ergeben sie ein idyllisches Bild. Es gibt elf Zweitausender in den Rhodopen, weshalb diese Sehenswürdigkeit naturgewaltiger oder schöner nicht hätte sein können.

Festung Assenow
Diese Festung befindet sich inmitten der Rhodopen, ca. 20 km von Plowdiw entfernt. Es ist eine mittelalterliche Festung, die nach einer kurzen Wanderung erreicht werden kann.



Goldstrand
Der Goldstrand ist der Ballermann des Balkans. Tagsüber wird am Strand entspannt und abends, wenn es dunkel wird, verwandelt sich die Stadt in eine einzigartige Partykulisse und es wird bis zum Morgen durchgefeiert.

Sonnenstrand
Der Sonnenstrand ist eine Art kleine Schwester des Goldstrandes und ebenfalls eine Partyhochburg in Bulgarien. Jedoch geht es hier etwas ruhiger zu, d.h. für Partyanfänger, die sich langsam an die Partyexzesse herantasten möchten, ist der Sonnenstrand bestens geeignet.

Felsenkirche von Ivanovo
Vor Millionen Jahren formte der Fluss Lom Höhlen in den weichen Kalksteinuntergrund. Die Bewohner kamen auf die Idee diese als Wohnstätte zu nutzen. Wenig später entstanden hier auch Kirchen und Klöster in den Höhlen. Die aufwendigen Felsmalereien sind einfach wunderschön, kein Wunder also, dass sie ein UNESCO Weltkulturerbe sind. Die Felskirche der Jungfrau Maria hat die schönsten Fresken im Innenbereich.

Devils Throat Cave
Diese rund 175000 Jahre alte Höhle in den Rhodopen ist legendenumwoben. Es heißt darin, dass die Höhle ein direkter Zugang zur Hölle sei. Orpheus soll nämlich durch den Teufelsschlund in die Unterwelt zu Hades gelangt sein, um seine Geliebte Euryidike zu befreien. Der Weg zu der Höhle beginnt abenteuerlich, denn zunächst muss man über steile Treppen durch einen engen 150m langen Tunnel in die mystischen Untiefen hinabsteigen, Dort angekommen hört man das Rauschen des 42m hohen unterirdischen Wasserfalls, der an das kochende Wasser in der Hölle erinnert.



Die Campinginfrastruktur in Bulgarien ist noch ausbaufähig. In einigen Teilen ist sie besser als in anderen. Die meisten der Campingplätze befinden sich an der Küste zum Schwarzen Meer. Wild campen ist gesetzlich verboten und auch das Stehen auf Privatgrundstücken mit der Erlaubnis der Besitzer ist an sich illegal.

Das Klima in Bulgarien ist gemäßigt kontinental geprägt, d.h. die Winter sind kalt und die Sommer heiß. Die geographischen Bedingungen unterteilen das Land in verschiedene Klimazonen: Im Norden des Landes liegt die Donau-Tiefebene. Hier ist das kontinentale Klima stark ausgeprägt und die Wintermonate sind kalt und sehr schneereich, während die Sommermonate heiß und trocken sind. Der Winter in der Oberthraktische Tiefebene, auch Mariza-Ebene genannt im Süden des Landes ist gemäßigter, der Sommer weniger heiß und der Frühling ziemlich regenreich. Verantwortlich für das abgemilderte kontinentale Klima ist das Balkangebirge, welches die Ebene nach Norden hin abschirmt, sodass das maritime Klima hier einwirken kann. Mediterrane Einflüsse prägen das Klima entlang der Schwarzmeerküste. Besonders der Südwesten Bulgariens spürt die mediterranen Einflüsse. Dank der Einwirkungen der Ägäis sind die Temperaturen das ganze Jahr über angenehm, die Sommer sind warm bis heiß. In den Höhenlagen der Gebirge gibt es einige Besonderheiten hinsichtlich des Klimas. Die Nordseite des Balkans ist geprägt von den Einflüssen des kalten Kontinentalklimas, die Südseite hingegen von den gemäßigteren Einflüssen. Im Rila- und Piringebirge herrscht hochalpines Klima mit starken Niederschlägen, Schneewehen und kalten Temperaturen. Dieses Klima lässt sich auch in den Höhenlagen im Westen des Landes vorfinden.

Die beste Reisezeit für Bulgarien ist abhängig von den geplanten Aktivitäten. Badeurlaber, die am Schwarzen Meer entspannen wollen, sollten zwischen Juni und September nach Bulgarien fahren. Diese Sommermonate sind allerdings zu heiß für Sightseeing-Fans. Hier eignen sich der Frühling oder Herbst besser. Wintersportler können sich zwischen Dezember und März auf Schnee freuen, in den Höhenlagen kann es auch im Mai noch schneien.

Die Anreise nach Bulgarien ist per Flugzeug, Bahn und Bus oder eigenem Auto möglich. Wichtige Flughäfen des Landes sind der Flughafen Sofia, der Flughafen Varna, der Flughafen Burgas und der Flughafen Plovdiv. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann auch mit dem Zug nach Bulgarien fahren. Von Deutschland aus sind es mit einigen Umstiegen gute 36 Stunden, bevor man am Urlaubsort ankommt. Ab Ruse verkehren auch direkte Züge nach Varna. Im Inland selbst gibt es auf den Hauptstrecken etwa alle 3 Stunden eine Verbindung. Nebenstrecken werden täglich mehrfach befahren. Auch Busse fahren in die bulgarische Hauptstadt, so z.B. die Anbieter Eurolines, Union Ivkoni, Racic-Eurobus, Ardatur, Radina, Rally13 und Karat-S. Wer sich für das eigene Auto entscheidet, sollte beachten, dass bei der Anreise andere Länder durchquert werden, in denen eine Maut fällig ist, so z.B. Österreich. In Bulgarien selbst gibt es ebenfalls vignettenpflichtige Abschnitte.

Für die Einreise brauchen Reisende einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Ein Visum ist nicht erforderlich. Einige Fluggesellschaften haben abweichende Anforderungen an die mitzuführenden Dokumente. Hier solltest du dich im Vorfeld bei der Airline erkunden. Da Bulgarien noch kein Mitglied des Schengen-Abkommens ist, gibt es noch Grenzkontrollen.
Die Straßenverhältnisse sind sehr unterschiedlich, es gibt sehr gute Straßen, aber auch miserable. Die Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen sind in einem guten Zustand, aber viele der kleineren haben bspw. Schlaglöcher. Wenn möglich sollte man also keine Abkürzung über kleine Straßen nehmen, denn letztlich wird man nicht schneller sein. Auf manchen Straßen wird man Pferde-Karren begegnen, die sehr langsam unterwegs sind. Bei Dunkelheit sind diese Karren sehr gefährlich, da man sie nicht sieht.

Innerhalb geschlossener Ortschaften dürfen alle Fahrzeuge max. 50 km/h fahren, außerhalb liegt das Limit bei 90 km/h. Auf Autobahnen sind grundsätzlich 130 km/h zulässig, auf neu gebauten Streckenabschnitten sind 140 km/h das Limit.

In Bulgarien gilt auf den Nationalstraßen und einigen Autobahnen eine vignettenpflicht für alle Kfz bis 3,5 t, davon ausgenommen sind Motorräder. Es handelt sich dabei um eine elektronische Vignette. Zur Auswahl stehen eine Wochenendvignette, eine 7-Tage Variante, 1 Monats-, 3 Monats- und 1 Jahresvignette. Fahrzeuge, die über 3,5 t schwer sind, zahlen eine streckenabhängige Maut.

Bulgarien hat einige kleinere Inseln, die in der Donau und im Schwarzen Meer liegen. 81 der Donauinseln gehören zu Bulgarien. Die drei größten davon sind Belene, Kosloduj und Wardim. Die größte Insel im Schwarzen Meer ist Sweti Iwan.
Die traditionelle bulgarische Küche hat eine Vielzahl an schmackhaften Gerichten.
Unter den Vorspeisen sind die folgenden die Klassiker:

Schopska Salata: Der Salat vereint Tomaten, Gurken und bulgarischen Käse.
Ovcharska Salata: Dieser Hirtensalat enthält Oliven, Schafskäse und Schinken.
Tarator: Diese kalte Gurkensuppe mit Dill, Walnüssen und Knoblauch ist eine super Erfrischung an heißen Tagen.
Bob Tschorba: Diese leckere Bohnensuppe ist das Nationalgericht von Bulgarien.
Supa Toptscheta: Hierbei handelt es sich um eine reichhaltige Fleischklößchen-Suppe.



Weiter geht es zu den Hauptspeisen .

Gjuwetsch: Es handelt sich hierbei um einen Eintopf, den es in verschiedenen Variationen gibt. Mit dabei sind in der Regel immer Tomaten, Zwiebeln und Paprika. Der Tontopf, in dem das Gericht zubereitet wird, heißt Gjuwetsch.
Kawarma: Dieser traditionelle Fleischeintopf wird ebenfalls in einem Tontopf zubereitet. Hähnchen, Gemüse und Tomatensoße werden in einem Topf geschmort.
Skumrija: Dieser Klassiker in der bulgarischen Küche ist eine gegrillte Makrele.
Palneni Tschuschki: Hierbei handelt es sich um mit Reis, Hack, Zwiebeln und Karotten gefüllte Paprikaschoten.
Sirene po schopski: Schafskäse wird mit gebratenen Zwiebeln und frischen Tomaten in einem Tontopf geschichtet.

Als Nachspeise gibt es die folgenden Leckereien.

Baniza: Es ist ein gefülltes Blätterteiggebäck, welches besonders lecker mit Ziegenkäse schmeckt.
Mekiza : Der ungefüllte Krapfen wird mit Puderzucker oder Schafskäse bestreut.
Palacinka: Ein mit Schokolade oder Marmelade gefüllter Pfannkuchen.
Saralia: Diese Leckerei ist ein Teiggebäck, welches mit gehackten Walnüssen gefüllt wird.
Pogatsche: Hierbei handelt es sich um ein salziges Gebäckstück, welches mit Kartoffeln, Butter, Schafskäse oder Kraut gefüllt wird.
Die Landeswährung in Bulgarien ist der Lew. Bargeldlose Bezahlung wird in den größeren Städten und Touristengebieten akzeptiert. Wer kleinere Städte besucht oder aufs Land fährt, sollte Bargeld mit sich führen, denn oftmals werden keine Kredit- oder EC-Karten akzeptiert.

Es ist üblich 10% der Rechnungssumme als Trinkgeld zu geben, denn die Servicearbeiter im Gastronomiegewerbe verdienen relativ wenig und freuen sich daher über die zusätzliche Einnahme.

In der Regel haben die Geschäfte montags bis freitags von 10- 18 Uhr geöffnet, samstags schließen die Geschäfte etwas früher um 13 Uhr. Lebensmittegeschäfte öffnen früher und schließen auch in der Regel später. In Bulgarien gibt es noch viele Märkte, auf denen es frisches Obst und Gemüse gibt. Für Souvenirs gibt es Basare, die jegliche Art von Ware verkaufen. Hier solltest du immer handeln, denn die Preise sind zunächst völlig überzogen. Wer in Boutiquen geht, sollte stets vorsichtig sein, denn viele der Artikel sind Fälschungen.

Es ist sicher nach Bulgarien zu reisen, aber wie in jedem anderen Land gibt es Viertel und Gebiete, die man als Tourist eher meiden sollte. In ländlichen Regionen ist die Bevölkerung teils sehr arm und Touristen werden des Öfteren beäugt. Legt man das richtige Verhalten an den Tag, passiert aber nichts.

Kleinkriminalität kommt an belebten Orten vor, hier sollten Reisende achtsam sein. Fahrzeugdiebstähle kommen hin und wieder auch vor, besonders teure Pkws mit ausländischen Kennzeichen sind oft das Ziel. Am besten stellt man sein Fahrzeug auf einem bewachten Parkplatz ab, aber auch hier wird keine Haftung für Autodiebstähle übernommen. Von der Mitnahme von unbekannten Anhaltern wird abgeraten, denn oftmals sind es Kriminelle, die sich auf diese Weise Zugang zum Auto schaffen wollen. Außerdem könnten hohe Strafen aufgrund von Schleusung drohen, denn Bulgarien kämpft mit hohen Flüchtlingszahlen.

In Sofia und Varna ist es keine Seltenheit auf Straßenprostituierte zu treffen, die in den Haltebuchten warten.

Etwa 1/3 des Landes ist mit Wald bedeckt. Zu finden sind in den tieferen Lagen Buchen und Eichen, in den höheren Lagen sind es Nadelbäume wie Tannen, Kiefern und Fichten. In Meeresnähe ist die Pflanzenwelt eher mediterran mit unter anderem Ölbäumen und Steineichen. Im Donaudelta werden die Pfade von Eschen, Ulmen, Weiden und Pappeln gesäumt. Schilfgewächse und andere Sumpfpflanzen sind ebenfalls vorzufinden. Viele Heilpflanzen und Pilze sind in Bulgarien beheimatet. Mehr als 4900 Arten von Pilzen sind registriert.



Genauso artenreich wie die Flora ist auch die Fauna Bulgariens. Zu den Tieren, die in Bulgarien leben, zählen Rothirsche, Luchse, Wildkatzen, Schakale, Marder, Dachse, aber auch Wölfe und Braunbären. Fledermausarten, die in anderen Ländern schon ausgestorben sind, sind hier noch anzutreffen. Weitere Highlights der Tierwelt sind der Kaiseradler und die Kaspische Wasserschildkröte. Die Gebirgsflüsse sind reich an Fischen wie Forellen, Saiblinge, Zander und Hecht. Viele der in Bulgarien vorkommenden Reptilien und Amphibien sind seltene Arten, bspw. Bergmolche, Schlangenaugen oder Leopardnattern.

Für die Einreise nach Bulgarien sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Es wird jedoch empfohlen die Standardimpfungen aufzufrischen, sofern sie sich nicht auf dem aktuellen Stand befinden. Als Reiseimpfung ist eine Impfung gegen Hepatitis A zu empfehlen.

Die medizinische Versorgung ist mittelmäßig, denn oftmals mangelt es an moderner medizinischer Ausstattung.

Kultur
Die Kultur des Landes wurde von verschiedenen Völkern geprägt, die Bulgarien besetzt hatten, so z.B. die Osmanen, die Griechen, Römer und Thrakern. Viele der Sehenswürdigkeiten wurden von UNESCO zum Weltkulturerben ernannt.
Weltberühmt ist der bulgarische Chorgesang, der eine weitreichende Tradition hat. Nicht nur der staatliche Chor mit seinem eigenen Stil erlangte Weltruhm, sondern auch einzelne Frauenchöre, so z.B. Angelite. Berühmte Persönlichkeiten in diesem Bereich sind z.B. der Sänger Ari Leschnikow (1897-1978) und der Opernbassist und Sololiedsänger Boris Christow (1914-1993).

Geschichte
Die Anfänge Bulgariens reichen weit zurück, das Land war schon in der Altsteinzeit besiedelt. Darauf deuten Höhlenmalereien, die rund 1,5 Millionen Jahre alt sind. In Bulgarien ließen sich unter anderem die Thraker, Griechen und Römer nieder. Die Protobulgaren gründeten im Jahr 632 das Großbulgarenreich, welches 678 zerfiel. Das Gebiet umfasste hauptsächlich das heutige Russland. Ein Teil des Volkes zog weiter, in das heutige Bulgarien und gründete dort im Jahr 681 das Erste Bulgarische Reich. Die dort lebenden Thraker und Slawen verschmolzen mit den Protobulgaren zu einem Volk. Das Erste Bulgarische Reich zerfiel 1018, als die Byzanz den Osten eroberten. Unter der byzantinischen Herrschaft gab es immer wieder Aufstände, bis schließlich der Aufstand 1186, welcher von den Brüdern Assen und Peter angeführt wurde, erfolgreich war. Das Zweite Bulgarische Reich (1186-1393) entstand, und Herrscher war Zar Iwan Assen. 1241 kamen Mongolen ins Land und auch Byzanz, Ungarn und Serbien bedrohten das Reich, bis sich das Reich im 14. Jhd. in mehrere Fürstentümer aufspaltete. 1393 mussten sich alle den Osmanen, die rund 500 Jahre in Bulgarien herrschten, unterwerfen. Um 1800 entstand in Bulgarien mehr und mehr das Bewusstsein für die eigene Nationalität, welche auch als „nationale bulgarische Wiedergeburt“ bezeichnet wird. 1877 wurde dem Osmanischen Reich seitens Russlands der Krieg erklärt. Russland sah sich als Schutzmacht der Slawen, erhoffte sich insgeheim aber auch Machtgewinne. Es gelang Russland im Jahr 1878 gegen die Osmanen zu siegen und Bulgarien wurde daraufhin mit dem Frieden von San Stefano unabhängig. Der Herrscher des unabhängigen Fürstentums Bulgariens, welches durch den Berliner Kongress entstand, war Alexander I. Sein Reich umfasste nur den nördlichen Teil des heutigen Bulgariens. Der Süden gehörte dem Osmanischen Reich an. Nur wenig später wurde es durch eine unblutige Revolution an das Fürstentum Bulgarien angegliedert. Die Unabhängigkeit Bulgariens wurde erst 1908 vom Osmanischen Reich anerkannt. Aus dem Fürstentum entwickelte sich ein Zarentum mit Ferdinand I. als Zaren. Die Länder Bulgarien, Serbien, Montenegro und Griechenland schlossen sich 1912 zum Balkanbund zusammen. Ihr Ziel war die Verdrängung des Osmanischen Reiches von der Balkanhalbinsel. Im gleichen Jahr fingen sie den ersten Balkankrieg an, der 1913 mit einem Sieg des Balkanbundes beendet wurde. In einem zweiten Balkankrieg versuchte Bulgarien mehr Gebiete zu erobern, verlor jedoch und musste zuvor gewonnene Gebiete abtreten. Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges kämpfte Bulgarien an Deutschlands Seite und musste weitere Gebiete abtreten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Kommunisten an die Macht und schafften die Monarchie ab. Das Land geriet unter sowjetischen Einfluss, sodass die Planwirtschaft eingeführt wurde und die Industrie und Landwirtschaft verstaatlicht wurden. Von 1964 bis 1989 war Todor Schiwkow Staatschef. In der 1980 er Jahren wurden zahlreiche Türken aus dem Land vertrieben. 1990 gab es die ersten freien Wahlen in Bulgarien. Als Folge gab es 1991 eine demokratische Verfassung. In den darauffolgenden Jahren gab es noch viele Regierungswechsel.

Sprache
Amtssprache Bulgariens ist Bulgarisch. Die offizielle Schrift heißt Kryillisch. Bulgarisch wird weltweit von ca. 9 Mio Menschen gesprochen und gehört zur Familie der slawischen Sprachen.

Zu den Minderheitssprachen gehören Türkisch, Armenisch und Romani. Das in Bulgarien gesprochene Türkisch unterscheidet sich zum Teil sehr stark vom Türkisch, welches in der Türkei gesprochen wird. Dieser türkische Dialekt beeinflusst jedoch viele Begriffe des Bulgarischen.

Bulgarien ist eine Republik mit parlamentarischer Regierungsform. 2007 trat Bulgarien der Europäischen Union bei, aber sie sind noch kein Mitglied des Schengener Abkommens. 2004 trat Bulgarien der NATO bei.
#1 Bulgarien ist das einzige europäische Land, welches seit der Gründung nicht den Namen geändert hat.

#2 In Bulgarien bedeutet ein Kopfnicken nein und ein Kopfschütteln ja.

#3 Nationalinstrument Bulgariens ist der Dudelsack, Gajda genannt. Neben Schottland und Irland ist Bulgarien das dritte Land weltweit, welches den Dudelsack in der traditionellen Musik verwendet.

#4 Die erste U-Bahn Station in Sofia hatte eine Bauzeit von 30 Jahre. Grund dafür war, dass sie bei den Arbeiten immer mehr archäologische Schätze fanden.

#5 In Bulgarien wird das Kyrillische Alphabet verwendet. Leider sind auch viele der Straßenschilder nur im kyrillischen Alphabet geschrieben.