
Reisebericht: Tasmanien in zehn Tagen Teil 3/3
Fünf Tage in Tasmania liegen bereits hinter uns, und wir wurden schon komplett verzaubert. Die letzten fünf Tage unserer Camper Reise beginnen zwar mit viel Regen, doch davon lassen wir uns die Stimmung natürlich nicht verderben!

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- Tag 6: Raspberry Farm - Devonport – Gowrie Park Wilderness Lodge
- Tag 7: Cradle Mountain Nationalpark - Wandern & Wildlife – Zeehan Bush Camp
- Tag 8: Strahan – Queestown – Great Lake Miena
- Tag 9: Mount Field National Park – Rivers Edge Wilderness Camping
- Tag 10: Huon Valley – Surveyors Bay – Barilla Campsite Hobart
- Tag 11: Hobart & Salamanca Market
- Fazit zur Tasmanien Reise
Tag 6: Raspberry Farm - Devonport – Gowrie Park Wilderness Lodge
Da für diesen Tag viel Regen angekündigt ist starten wir gemütlich mit einem zweiten Frühstück im Christmas Hills Raspberry Farm Cafe – nur etwa 20 Minuten von unserem Stellplatz entfernt. Hier ist einfach alles unglaublich lecker. Das Wetter bleibt den ganzen Tag wechselhaft: Sonne, Wind und starker Regen wechseln sich ständig ab. Die Fahrt führt uns entlang der wilden Nordküste über Devonport, Penguin und Burnie zurück Richtung Sheffield. In Burnie essen wir hervorragende Fish & Chips bei The Octopus Fish and Chipper.
Unterwegs sehen wir in Devonport die Spirit of Tasmania beim Anlegen, beobachten Surfer in den Wellen und spazieren zum Leuchtturm. Im Fern Glade Reserve halten wir Ausschau nach Schnabeltieren – leider erfolglos aufgrund der Uhrzeit. In Sheffield bestaunen wir schließlich die vielen bunt bemalten Hauswände, für die der Ort bekannt ist. Mit etwas mehr Zeit lohnt sich alternativ ein Abstecher in den Narawntapu National Park, auch „Tasmaniens Serengeti“ genannt und bekannt für seinen großen Tierreichtum.
Die Nacht verbringen wir im Gowrie Park Wilderness Village, etwa 40 Minuten vom Visitor Centre des Cradle Mountain National Parks entfernt. Der Campingplatz ist eine preiswerte Alternative zu den Unterkünften im Nationalpark und bietet einen tollen Blick auf die umliegende Berglandschaft.
Tag 7: Cradle Mountain Nationalpark - Wandern & Wildlife – Zeehan Bush Camp
Der Cradle Mountain-Lake St Clair National Park zählt zu den absoluten Highlights Tasmaniens und ist besonders für seine alpine Landschaft sowie den berühmten Overland Track bekannt. Die Wanderwege reichen von einfachen Spaziergängen bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren und führen vorbei an Seen, Wasserfällen und beeindruckenden Gipfeln. Am Visitor Centre erfahren wir, dass der Park tagsüber nur eingeschränkt mit dem eigenen Auto befahren werden darf, da die Parkplätze schnell voll und die Straßen sehr eng sind. Deshalb nutzen wir den Shuttlebus, der im Nationalparkpass enthalten ist und regelmäßig zwischen den wichtigsten Stopps verkehrt. Wir fahren direkt bis zum Dove Lake, von wo aus zahlreiche Wanderungen starten.
Unsere erste Tour führt uns auf einem etwa 6 km langen Rundweg in rund zwei Stunden um den See. Trotz Regen und Nebel ist die Wanderung mit Regenjacke und wasserdichten Schuhen wunderschön. Zwischendurch reißt die Wolkendecke sogar kurz auf und gibt den Blick auf die umliegenden Berge frei. Im Cradle Mountain Nationalpark sollte man definitiv auf jedes Wetter vorbereitet sein.
Da wir nach den vielen Autofahrten endlich wieder mehr Bewegung wollen, wandern wir anschließend über den Lake Lilla weiter zum Ronny Creek. Der Weg führt über Holzstege durch eine fast märchenhafte Landschaft aus Gräsern und kleinen Palmen und ist bekannt für seine Wombats. Zunächst entdecken wir überall nur ihren würfelförmigen Kot, doch schließlich sehen wir tatsächlich die ersten wilden Wombats grasen – erst in der Ferne, später sogar direkt neben dem Holzsteg. Ein besonderes Erlebnis. Ein Platypus bleibt uns dagegen leider bis zum Ende der Reise verborgen.
Zum Abschluss laufen wir noch Richtung Snake Hill und fahren von dort mit dem Shuttle zurück zum Parkplatz. Danach geht es weitere eineinhalb Stunden über kurvenreiche Straßen an die Westküste nach Zeehan, wo wir im Zeehan Bush Camp übernachten. Der Besitzer des Campingplatzes gibt uns viele Tipps für die Region. Zur Auswahl stehen unter anderem die West Coast Wilderness Railway oder die berühmte Gordon River Cruise, für die wir direkt Tickets für den nächsten Tag buchen. Ein echter Geheimtipp des Besitzers ist der Spray Tunnel am Abend. Die kurze Fahrt dorthin lohnt sich: Mitten im dunklen Tunnel leuchten unzählige Glühwürmchen wie kleine Sterne über uns – ein fantastischer Abschluss des Tages.
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Tag 8: Strahan – Queestown – Great Lake Miena
Die größte Attraktion im kleinen Küstenort Strahan ist der Gordon River Cruise im Franklin-Gordon Wild Rivers National Park. Der Nationalpark gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und zählt zu den außergewöhnlichsten Naturgebieten Australiens. Die Flüsse Franklin und Gordon gehören zu den letzten Flusssystemen weltweit, deren Verlauf kaum vom Menschen verändert wurde. Außerdem wachsen hier uralte Regenwälder aus der Zeit Gondwanas sowie die seltene Huon Pine.
Die etwa sechs Stunden lange Katamaran-Tour startet morgens um 8 Uhr und kostet inklusive Lunch ab 150-250AUD je nach Sitzklasse und Inklusivleistug. Zunächst fahren wir Richtung Hells Gates, der engen und berüchtigten Ausfahrt vom Macquarie Harbour in den Ozean. Unterwegs passieren wir moderne Lachsfarmen, deren Fisch dank des extrem sauberen Wassers ohne Antibiotika oder Chemikalien gezüchtet werden kann. Ein erster Halt erfolgt auf Sarah Island, wo sich einst eine der härtesten Sträflingskolonien Australiens befand. Bei einer Führung erfahren wir mehr über die Geschichte der Insel und sehen noch einige Ruinen der ehemaligen Siedlung.
Besonders beeindruckend ist anschließend die ruhige Fahrt über den Gordon River selbst. Das stille Wasser, die dichten Regenwälder und die außergewöhnlich klare Luft schaffen eine fast surreale Atmosphäre. Bei einem weiteren Landgang spazieren wir über Holzstege durch den Regenwald und sehen unter anderem die uralte Huon Pine. Danach genießen wir an Bord ein reichhaltiges Lunchbuffet, bevor es zurück nach Strahan geht.
Die anschließende Fahrt nach Queenstown führt über eine schmale, kurvenreiche Straße mit spektakulären Ausblicken durch Berge und Wälder. Nach einem kurzen Stopp am Spion Kop Lookout fahren wir weiter nach Miena zum Great Lake Hotel. Dort übernachten wir für 10AUD pro Person direkt am Great Lake und erleben nach Sonnenuntergang noch einen fantastischen Blick auf die Milchstraße.
Tag 9: Mount Field National Park – Rivers Edge Wilderness Camping
Der Mount Field National Park zählt zu den beliebtesten Nationalparks Tasmaniens und ist von Hobart aus in etwa 1,5 bis 2 Stunden erreichbar. Besonders bekannt ist der Park für die beeindruckenden Russell Falls. Der Weg dorthin startet direkt am Visitor Centre, wo es auch Informationen zum Park sowie ein Café gibt. Von den Wasserfällen aus führen zahlreiche weitere Wanderwege durch den Regenwald mit einigen der höchsten Bäume der Welt, vorbei an den Lady Barron Falls und den Horseshoe Falls. Dabei gibt es passende Strecken für jedes Fitnesslevel.
Anschließend fahren wir über Hobart zu einem unserer schönsten Stellplätze der Reise: dem Rivers Edge Wilderness Camping im **Huon Valley ** nahe Huonville. Die Stellplätze sind riesig, teilweise direkt am Russell River gelegen, wo man in der Dämmerung sogar Schnabeltiere sehen kann. Im Sommer kann man hier außerdem schwimmen und angeln. Ein besonderes Erlebnis erwartet uns am Abend: Wegen einer versehentlich unter dem Camper vergessenen Thunfischdose taucht plötzlich ein seltener Eastern Quoll auf – eine in Tasmanien heimische Beutelmarderart.
Tag 10: Huon Valley – Surveyors Bay – Barilla Campsite Hobart
Der letzte Tag mit Camper ist angebrochen, doch wir bekommen einfach nicht genug vom Fahren durch diese unglaublich abwechslungsreiche Insel. Also geht es noch einmal auf Entdeckungstour ins Huon Valley – eine wunderschöne, grüne Region mit kleinen Orten, Obstplantagen und Weingütern. Die Gegend wirkt unglaublich entspannt und lebenswert, als würden die Uhren hier etwas langsamer ticken.
Über Geeveston fahren wir bis nach Southport, stets mit Blick auf den beeindruckenden Huon River. Westlich des Ortes befinden sich die Hastings Caves and Thermal Springs, die man ebenfalls besuchen kann. Auf dem Rückweg nach Hobart machen wir noch einen Abstecher zur Surveyors Bay und fahren am späten Nachmittag hinauf auf den Mount Wellington. Oben erwartet uns zwar eisiger Wind, dafür aber ein fantastischer Panoramablick über Hobart und das Derwent Valley.
Unsere letzte Nacht verbringen wir im Barilla Holiday Park, nur wenige Minuten vom Camper-Depot und Flughafen entfernt. Für 42 AUD pro Nacht für zwei Personen ohne Strom, die Duschen sind inklusive. Direkt neben dem Campingplatz liegt das Nate's Family Restaurant, wo wir unsere Tasmanienreise bei Austern und leckerer Pizza gemütlich ausklingen lassen.
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Tag 11: Hobart & Salamanca Market
Vor Abgabe des Campers im Depot geht es mit dem Shuttle noch zum Salamanca Market, der samstags von 9 bis 15 Uhr stattfindet. Die Fahrt vom Campingplatz kostet 15 AUD hin und zurück und beinhaltet sogar eine kleine Rundtour mit einem sehr unterhaltsamen Busfahrer.
Auf dem lebhaften Markt stehen über 300 Stände mit Streetfood, handgemachten Produkten, Antiquitäten sowie frischem Obst und Gemüse. Dazwischen sorgen Straßenmusiker für eine entspannte Atmosphäre. Danach schlendere ich noch ein wenig durch Hobart. Vom Salamanca Place gelangt man über die historischen Kelly's Steps hinauf nach Battery Point, einem der ältesten Stadtviertel Hobarts mit charmanten, historischen Häusern.
Hobart ist insgesamt ein sehr schönes Küstenstädtchen mit viel zu bieten. Wer Zeit hat, sollte unbedingt das MONA – Museum of Old and New Art besuchen. Auch der** Royal Tasmanian Botanical Gardens** mit über 6000 Pflanzenarten oder die nahegelegenen Strände laden zum Entspannen ein. Dazu kommt ein abwechslungsreiches Nachtleben mit Bars, Pubs, Clubs und Australiens erstem Casino. Hobart lohnt sich definitiv für 1–2 Tage Aufenthalt. Wer noch mehr Zeit auf Tasmanien hat, dem sei unbedingt ein Ausflug nach Bruny Island empfohlen. Die Insel ist nur eine kurze Fähr- und Autofahrt von Hobart entfernt und beeindruckt vor allem durch ihre unberührte Natur. Besonders bekannt sind dort die seltenen Albino-Wallabys, die sich aufgrund fehlender natürlicher Feinde stark vermehrt haben.
Nach unserem Ausflug in die Stadt nehmen wir den Shuttle zurück zum Campingplatz, packen unsere Sachen zusammen, entleeren Grauwasser und Toilette und bringen das Fahrzeug zum Depot zurück. Von dort geht es per Taxi bzw. Uber weiter zum Flughafen – und damit heißt es Abschied nehmen vom wunderschönen Süden Australiens.
Fazit zur Tasmanien Reise
Die Erzählungen und die Liste der Highlights ließen sich vermutlich noch endlos weiterführen – Tasmanien ist einfach auf seine ganz eigene Weise überwältigend schön. Wenn ich gefragt werde, was mir am besten gefallen hat, kann ich eigentlich nur sagen: Alles! Jeder Abschnitt der Insel hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Stimmung und seine eigenen kleinen Wunder. Mal sind es die rauen Küsten und einsamen Strände, dann wieder dichte Regenwälder, alpine Landschaften oder diese fast surreal schönen Stellplätze mitten in der Natur.
Besonders beeindruckt haben mich die Vielfalt der Tierwelt, die oft überraschend nahbare Natur und die vielen Momente, in denen man einfach alleine an einem Ort steht und kaum glauben kann, wie still und unberührt es ist. Dazu kommen die unglaublich freundlichen Menschen und dieses Gefühl, dass das Leben hier ein wenig langsamer und entspannter funktioniert.
Nach Neuseeland dachte ich ehrlich gesagt, dass ich mich in keinen Ort mehr so verlieben könnte. Aber Tasmanien hat genau das geschafft – auf eine ruhige, unspektakulär spektakuläre Art, die sich tief einprägt.
Es ist eine dieser Reisen, die nicht einfach endet, wenn man zurückfliegt. Sie bleibt im Kopf hängen. Und genau deshalb ist klar: Ich komme auf jeden Fall wieder und vielleicht solltest du das auch!

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