Wohnmobilurlaub im Baltikum - alle Informationen

10 Bilder: Das Baltikum ist sehr Facetten reich - hier findest du einige Impressionen.
Zum Baltikum gehören die Staaten Litauen, Lettland und Estland . Natürlich bieten alle Länder unterschiedliche Facetten und Kulturen. Dennoch stellen wir euch das Baltikum vereint vor, da sich eine Reise mit dem Camper oder dem Wohnmobil durch die ganze Region aller drei Länder anbietet und sehr praktikabel ist.

Ein Wohnmobilurlaub durch das Baltikum lohnt sich absolut. Auch wenn vielen Urlaubern das Baltikum als Urlaubsregion noch unbekannt ist, bietet die Region eine sehr gute Ausgangslage für einen nordischen Roadtrip, abseits des Massentourismus. Schöne Städte, tolle Landschaften und gutes Essen werden im Baltikum vereint. Eine Reise in die baltischen Staaten ist auch immer eine Entdeckungsreise. Kaum eine Region weist so viele Kulturdenkmäler auf engstem Raum auf und selten gibt es europäische Landschaftszüge, die so unberührt sind wie hier. Die Menschen im Baltikum sind dem Tourismus gegenüber sehr offen und äußern sich gegenüber Reisenden in Regel sehr nett und aufgeschlossen. Viele Menschen aus dem Baltikum sprechen auch Englisch. Auch deutsch wird in einzelnen Regionen durchaus gut verstanden. Das Baltikum ist ein Geheimtipp für Camperurlauber!
Hauptstadt Tallin (ES), Riga (LE), Vilnius (LI)

Bevölkerungsanzahl 6,07 Millionen

Landesfläche 175.228 km2

Bevölkerungsdichte 34 Einwohner / km2

Landessprache Estnisch, Lettisch, Litauisch

Währung Euro

Beste Reisezeit Mai -August

Jahresdurchschnittstemperatur 5 - 8 Grad C

Waldfläche 47,5 %

Wasserfläche 4,2 %

Küstenkilometer 4.382 km

Karte Baltikum
Das Baltikum zählt zu einer der Regionen in Europa, welche nicht besonders stark auf den Tourismus ausgelegt sind. Wirft man einen Blick auf die Karte, bemerkt man allerdings schnell, dass auch das Baltikum sowohl landschaftlich als auch kulturell viel zu bieten hat. So sieht es auch mit den Aktivitäten aus.

Das Baltikum lebt touristisch von zwei Hauptattraktionen: unberührte Natur und kulturelle Städte . Im Baltikum sollte man auf jeden Fall wandern . Es gibt tolle Nationalparks, in denen man auch Mehrtagestouren wandern kann. Die Parks zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie fast unberührt sind und ursprünglich Natur bieten. Die Hauptstädte und kleinere Küsten- und Hafenstädte lohnen ebenfalls einen Besuch. Die Hauptstädte kann man problemlos besuchen, da sie nicht besonders groß sind. Dennoch haben sie viel zu bieten und es gibt eine Menge zu entdecken. Aber auch außergewöhnliche Aktivitäten findet man im Baltikum.


Schon mal einen Bären in freier Wildbahn beobachtet? In Estland leben ca. 700 Braunbären. Es ist nachgewiesen, wo sich die Bären vermehrt aufhalten. Das macht es natürlich für Besucher sicherer, aber bietet auch ein ganz eigenes Highlight auf einer Reise durch Estland. In Alutaguse kann man in einer Bären-Beobachtungshütte übernachten. Die Hütten werden in der Regel mit ein paar anderen Gästen geteilt. Dann hält man in den ruhigen Wäldern Ausschau und wird ziemlich sicher einen Bären entdecken.

In Lettland könnt ihr zudem einen Bungee Sprung wagen. Aus 43 m kann man sich im Gauja Nationalpark in die Tiefe stürzen. Auch ein Tandemsprung zu zweit oder Zipline fahren sind möglich. Wer Adrenalin im Urlaub sucht ist hier richtig.

In Litauen ist das Fliegen von Heißluftballons so beliebt wie in keinem anderen europäischen Staat. Es gibt viele Anbieter, die euch in die Höhe bringen und einen unvergesslichen Ausblick garantieren. Besonders zu Sonnenuntergängen sind die Touren magisch.

Die unzähligen Seen, Flüsse und Küsten bieten sich perfekt für einen Kajak Trip an. In allen drei Ländern des Baltikums kann man verhältnismäßig günstig ein Kajak ausleihen und die Natur vom Wasser aus erkunden.

Wart ihr schon mal auf einer Profi Rodelbahn rodeln? In Lettland ist das möglich. Rennrodelbahn und Bobsleighbahn von Sigulda ist eine der wenigen Bobbahnen, welche sowohl für Profisportler als auch Touristen zugänglich sind. Die Länge der Bob- und Rennschlittenbahn Sigulda beträgt ganze 1200 m, sie hat 16 Kurven und die Geschwindigkeit der Bahn beträgt bis zu 125 km/h. Für die Austragung von Wettkämpfen und Trainingseinheiten für Bob, Rennrodeln und Skeleton ist die Bahn perfekt geeignet. Jedes Jahr finden hier nationale und internationale Wettbewerbe statt. Als Tourist gibt es verschiedene Angebote im Sommer und im Winter um die Bahn zu benutzen. Das vergisst man nicht so schnell!

Im Baltikum können Urlauber kulturelle, historische Sehenswürdigkeiten mit der Moderne und unberührter Natur verbinden. Das Baltikum ist dank der drei Länder sehr abwechslungsreich, da sich die Länder trotz der ähnlichen Geografischen Lage in vielen Punkten unterscheiden. Besonders zum Ausdruck kommt dies bei einem Besuch der Hauptstädte . Vilnius (Litauen), Riga (Lettland) und Tallin (Estland) sind einen Besuch wert und bieten ganz individuelle Highlights. Am besten besucht man die Städte mit einer kleinen Stadtführung, wenn man etwas mehr über die Stadt erfahren möchte. Aber auch auf eigene Faust kann man die baltischen Hauptstädte sehr gut erkunden. In den drei Städten gibt es eine gute öffentliche Verkehrsverbindung. Allerdings ähneln sich die Städte auch darin, dass sie nicht besonders groß sind im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten.

Litauen hat neben seiner Hauptstadt noch weitaus mehr zu bieten. Der Berg der Kreuze ist zwar eher ein Hügel, das macht ihn aber nicht weniger imposant. Der Hügel ist übersäht von Kreuzen und bietet ein surreales Fotomotiv. Der Berg ist ein wichtiger Pilgerort und wird somit recht oft besucht. Wenn man ein Kreuz anbringt, soll dies Glück bringen. Eine Zählung der Kreuze verlief ins nichts, da es einfach zu viele waren. Die Burg in Trakai ist eine weitere Sehenswürdigkeit, für die Litauen bekannt ist. Die Burg entstammt aus dem 13. Jahrhundert und liegt im Galve See. Über eine Holzbrücke kann man die Burg erreichen. Einer der beliebtesten Kur- und Ferienorte ist Palanga. Hier kann man den Sommer genießen, tolle Sonnenuntergänge erleben, Baden und zur Ruhe kommen. Zudem liegt das Schloss des Grafen Tyszkiewicz und das zugehörige Bernsteinmuseum ebenso in Palanga und ist einen Besuch wert.

Die kurischen Nehrung ist auch über die Landesgrenzen bekannt. Die ca. 100km lange Halbinsel liegt an der Südwestküste. Zum Süden hin grenzt sie an Russland. Der Grenzübertritt ist verboten. Ein Besuch ist für Naturliebhaber empfehlenswert.

In Lettland ist es besonders die Hauptstadt Riga, welche Besucher anlockt. Städtetrips zur lettischen Hauptstadt sind meist ein günstiges Ziel für einen schönen City-Trip und genau dafür hat das kreative Riga viel zu bieten. Das Schloss und Museum Rundale laden zu einem romantischen Ausflug zu zweit oder mit der Familie ein. Die wunderschöne Stadt hat ein ganz eigenes Flair. Das Schloss wird auch als „Versailles des Baltikums“ bezeichnet. Der Gauja-Nationalpark ist der größte und bekannteste Nationalpark Lettlands. Er verbindet Natur und Historie. Für Urlauber ohne Höhenangst ist die Seilbahnfahrt von Sigulda auf die andere Seite der Gauja empfehlenswert. In dem Park gibt es Kilometer lange Wanderwege, mittelalterliche Burgen und einen vertikalen Windkanal, in dem man fliegen kann. Aus Sigulda kann man zudem eine E-Bike Tour buchen um Höhlen und Berge zu erkunden.


Auch für Estland gilt, dass die Hauptstadt Tallin viel zu bieten hat. Die Stadt liegt direkt an der Ostsee und hat eine wunderschöne Altstadt. Aber auch Estland sollte nicht nur auf seine Hauptstadt reduziert werden, denn es gibt noch so viel mehr zu entdecken. Besonders die Nationalparks in Estland bieten riesige Flächen an unberührter Natur. Der Nationalpark Lahemaa befindet sich im Norden Estlands, etwa 70 Kilometer östlich der Hauptstadt Tallinn. Im kleinen Ort Palmse, mitten im Park, kann man sich mit Infomaterialien eindecken und Pläne für die Erkundung des Gebietes erstellen. Neben der Ostseeküste gehören die Moorlandschaften zu den Highlights des Parks. Der Park ist mit sehr guten Wanderwegen ausgebaut. Auch der Soomaa Nationalpark gehört zu den besten Sehenswürdigkeiten des Landes. Neben den zahlreichen Inseln ist besonders die Insel Hiiumaa zu empfehlen. Auf der Insel befinden sich einsame Strände und unberührte Natur. Im Süden des Landes befindet sich die Urlaubsstadt Pärnu . Weiße Sandstrände und ein angenehmes Meeresklima ziehen nicht nur estnische Urlauber an.

Wildcampen und frei stehen mit dem Camper oder Wohnmobil ist in den baltischen Staaten offiziell erlaubt. Im Baltikum ist man Wildcampern sehr freundlich gegenüber und toleriert das Campen. Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten:
An allgemeine Verhaltensregeln für das Wildcampen halten
Das Übernachten in Naturschutzgebieten und Nationalparks ist nur eingeschränkt möglich
Die Übernachtung auf einem Privatgrundstück bedarf die Erlaubnis des Eigentümers
Das Übernachten in Städten und städtischen Gebieten in der Nähe von Häusern ist untersagt (Litauen und Lettland)
In Estland darf man nur unkultiviertes Land, also Land, welches nicht bewirtschaftet wird zum Wild campen nutzen.
Das Waschen von Kleidungsstücken oder Geschirr ist an Land erlaub. Das Waschen in den Seen oder Flüssen ist nicht gestattet

In Estland ist es erlaubt beim Wildcampen ein Lagefeuer zu machen, solange man ein paar Regeln beachtet:
In Wäldern nur die offiziellen Feuerstellen nutzen
Es dürfe keine Bäume für Feuerholz beschädigt werden
Es darf keine Feuergefahr bestehen

Wer nicht frei stehen möchte kann auch einen der vielen Campingplätze nutzen. Besonders an der Ostseeküste befinden sich viele ruhig gelegene Campingplätze. Aber auch bei den Nationalparks und im Inland findet man schöne Stellplätze. Die Preise für eine Nacht variieren, sind aber günstiger als in einem Großteil anderer europäischer Staaten.
Das Klima in den baltischen Staaten ist überwiegend kühl-gemäßigt . Es herrschen große Unterschiede zwischen den Sommer- und Wintermonaten. Sowohl die Temperaturen, als auch die Sonnenstunden weisen große Differenzen auf. So sind die Winter nordisch kalt mit Temperaturen unter 0 Grad und wenigen Sonnenstunden. Die beste Reisezeit für das Baltikum sind die Sommermonate von Juni bis August. Auch der Mai und September sind durchaus reizvoll, aber auch kälter. In der Hochzeit kann man im Sommer bis zu 24 Grad bei 7 - 11 Stunden Sonne erwarten. Je weiter nördlich man nach Estland kommt umso kälter wird es allerdings. (maximal 21 Grad). Tendenziell ist es an den Küsten wärmer als im Inland. Klimabestimmend sind südwestliche Winde, die für ein vergleichsweise feuchtes Klima in der Küstenregion sorgen. Weiter Richtung Inland wird das Klima deutlich kontinentaler. In den östlichen Teilen des Baltikums ist der Sommer trockener als an der Küste. Durch die nördliche Lage sind die Tage in den Sommermonaten Juni und Juli sehr lang.

Ein echter Badurlaub ist in den Sommermonaten durchaus möglich! Allerdings muss man sich damit abfinden, dass die Wassertemperaturen meist die 18 Grad nicht übersteigen. In Estland hat die Ostsee meist auch in den Sommermonaten nur 15 Grad.

Alle drei Länder des Baltikums sind gut angebunden. Sowohl auf dem Luftweg als auch auf der Straße kann man in das Baltikum gelangen. Die Flughäfen in Tallin, Riga und Vilnius sind an viele europäische Flughäfen angebunden. Zudem gibt es natürlich auch Verbindungen über die europäischen Grenzen hinweg. Neben dem Flugzeug kann man auch mit dem Auto über den Landweg ins Baltikum fahren . Dafür fährt man durch Polen und dann über die Polen-Litauen Grenze. Eine weitere gängige Methode, um in das Baltikum einzureisen, ist eine Fähre über die Ostsee in Anspruch zu nehmen. Auch die Anreise mit einem Linienbus oder der Bahn ist theoretisch möglich. Preislich ist die Anreise mit dem Flugzeug aber am günstigsten. In der Region gilt Riga als Knotenpunkt. Die meisten inneren europäischen Direktflüge landen in Riga. Von hier aus sind auch die anderen Hauptstädte sehr gut angebunden.

Da die drei baltischen Staaten zur EU gehören, ist die Einreise für europäische Staatsbürger unproblematisch. Bürger der EU sowie Staatsangehörige der Schweiz und Liechtensteins können nach Estland, Lettland und Litauen ohne Visa reisen. Bei der Einreise wird ein Personalausweis oder ein Reisepass benötigt. Auch jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument (Kinderreisepass mit eigenem Passfoto).

Das Fahren im Baltikum ist überwiegend sehr entspannt, denn die Straßen teilt man sich in der Regel nur mit wenigen weiteren Autofahrern. Eine Ausnahme bilden hierbei aber sicherlich die drei Hauptstädte, welche besonders im Stadtzentrum einen stärker geballten Verkehr aufweisen. Die Straßen im Baltikum sind gut.

In allen drei Ländern herrscht Rechtsverkehr . Die Verkehrsschilder ähneln im Allgemeinen denen in der übrigen EU. Ein Achtungszeichen mit einem schwarzen Punkt in der Mitte weist darauf hin, dass es in diesem Bereich vermehrt zu Unfällen kommt. In allen drei Ländern gilt Lichtpflicht. Das heißt, dass man auch tagsüber das Abblendlicht an lassen sollte. Besonders in Lettland, aber auch Estland und Litauen stehen sehr viele Blitzer in unterschiedlichsten Variationen. Rasen im Urlaub macht man meist sowieso nicht. Bei einem Baltikum Trip schont es aber besonders die Brieftasche, wenn man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält.

In Litauen gibt es eine Maut für Lkws. Krafträder, PKW und Wohnmobile sind von Gebühren befreit. In Lettland und Estland gibt es keine Maut.
Estland hat über 2.000 Inseln! Die beliebtesten estnischen Inseln sind Saaremaa, Hiiumaa, Kihnu, Ruhnu und Vormsi. Die Inseln bestechen durch sehr unberührte Natur. Zudem gibt es meist leckeres traditionelles Essen. Um auf die meisten Inseln zu gelangen, kann man bequem eine Fähre aus den Hafenorten buchen. Auf den Inseln kann man eine Wanderung unternehmen und die Natur erkunden. Auch Radfahren oder Ausflüge mit dem Auto sind möglich. Zudem können alte Kirchen und Festungsanlagen besichtigt werden. Aber auch ein Spa besuchen, an einem Festival teilnehmen, einen menschenleeren Strand erkunden oder campen ist auf den estnischen Inseln möglich. Die Inseln von Estland sind bisher ein echter Geheimtipp. Man kann hier zu Fuß, per Rad oder Kajak vieles schon Bekanntes entdecken. Aber auch das Abenteuer kommt auf den Inseln nicht zu kurz, denn es gibt vieles zu entdecken, was in kaum einen Reiseführer aufgeführt wird.
Das Baltikum hat kulinarisch viel zu bieten. Nach den preußischen Einflüssen auf die Küchen kamen über die Jahrhunderte Einflüsse der russischen Küche, aus Skandinavien und in Litauen auch polnische Einflüsse dazu.
Was im ganzen Baltikum weit verbreitet ist, ist das Naschen von Brotchips in allen möglichen Variationen. Ob mit Nüssen und getrocknetem Obst oder mit Körnern, mit Käse überbacken oder in Knoblauch getränkt – möglichen Geschmacksrichtungen sind keine Grenzen gesetzt. Insgesamt gesehen ist die Auswahl an verschiedenen Brotsorten enorm groß. Vor allem Liebhaber von dunklen Brotsorten und Körnerbrot kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. In allen drei Ländern gleichermaßen beliebt sind auch die Piroggen oder Pelmeni, also mit Fleisch, Sauerkraut, Pilzen oder Quark gefüllte Maultaschen aus Nudelteig.

Beim Hochprozentigen trinkt man im Baltikum gern wie die östlichen, russischen Freunde Vodka. Aber auch Liköre sind durchaus beliebt. Besonders stolz ist man im Baltikum auch auf die Bierkultur. Es gibt viele verschiedene regionale Biersorten.

10 typische Gerichte aus dem Baltikum
1. Cepelinai - Kartoffelklöße mit Pilzen, Fisch, Quark, Fleisch oder Speck gefüllt (Litauen)
2. Syslykai - pikante Fleischspieße (Litauen)
3. Suktiniai – Fleischrouladen mit Speck- oder Zwiebelfüllung (Litauen)
4. Blynai – Eierpfannkuchen herzhaft oder süß gefüllt
5. Sakotis – litauischer Baumkuchen
6. Borschtsch – kalte rote Beete Suppe (Lettland)
7. Bliny – osteuropäischer Eierkuchen mit Schmand
8. Piragi – gefüllte Teigtaschen mit Hackfleisch, Pilzen oder Kohl (Lettland)
9. Ligsdinas – „Überraschungsfrikadellen“ mit hart gekochten Eiern, Pilzen oder anderen kalorienreichen Leckereien gefüllt (Lettland)
10. Sült – Sülze mit Sauerkraut (Estland)
11. Seljanka – estnische Variante der Soljanka (Estland)
In allen drei Ländern des Baltikums wurde der Euro eingeführt. Sowohl das Zahlen mit Kredit- oder EC-Karte, als auch bar ist üblich. Beim Zahlen mit der EC-Karte oder dem Geld abholen müsst ihr die Gebühren eurer Bank beachten.

Die beiden bekanntesten Supermärkte im Baltikum sind Rimi und Maxima. Die Preise sind eher geringer, als in anderen Teilen Europas. Besonders Fisch und Fleisch bekommt man an der Frischtheke sehr günstig . Auch das Obst und Gemüse sind sehr günstig und von meist hoher Qualität.
Die Länder des Baltikums gelten als sichere Reiseländer. Die Kriminalitätsraten sind im europäischen Vergleich eher gering. In den größeren Städten sowie an Bereichen an den Bahnhöfen und touristisch frequentierten Plätzen kann es vereinzelt zu Kleinkriminalität, wie Taschendiebstahl, kommen. Ratsam ist es Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf zu bewahren und am besten Kopien elektronisch zu speichern. Wertsachen sollten niemals im Camper gelassen werden, auch nicht im Baltikum. Einbrüche in Camper oder andere Fahrzeuge werden meist dann vollzogen, wenn Wertsachen sichtbar im Fahrzeug zurück gelassen wurden.
Die Länder des Baltikums ähneln sich in ihrer Flora und Fauna aufgrund der eng aneinander liegenden geografischen Lage. Dennoch wollen wir kurz die Länder im Einzelnen beleuchten.

Litauen
Über 200 Naturschutzgebiete mit verschiedenen Bestimmungen und Rängen liegen im südlichsten der drei Länder. Dazu gehören unteranderem fünf Nationalparks. Insgesamt sind über 14% des Landes von Naturschutzgebieten eingenommen. Zudem ist ca. ein Viertel der Landesfläche bewaldet. Die Wälder bestehen hauptsächlich aus Kiefern, Fichten und Birken, zudem finden sich auch Eichen, Buchen und Eschen. In den feuchten Niederungen wachsen Auenwälder mit Weiden und Pappeln.

Die Wälder bieten einen guten Rückzugort für Wölfe, Füchse, Luchse, Elche, Damhirsche und Bären. Der Wisent (europäisches Bison) wurde in Litauen wieder eingebürgert. In den Seen- und Sumpfgebieten leben Fischotter, Biber, Sumpfschildkröten sowie Kreuzottern, Ringelnattern und Eidechse n. Die Vogelwelt ist artenreich, unter anderem kann man Kraniche, Störche, See- und Schlangenadler, Birk- und Auerhühner und Reiher entdecken.



Estland
Mehr als 50 % der estnischen Landesfläche sind bewaldet. Insbesondere der Norden des Landes wird von großen, teils unerschlossenen Wäldern geprägt. Der häufigste Laubbaum in den estnischen Wäldern ist die Birke. Sie ist ein vielbesungenes Motiv in Liedern und Volksdichtung und ein nationales Symbol des Landes. Das Land ist wasserreich: Neben zahlreichen Flüssen und Seen gibt es moorige Ebenen und Niederungen im Norden des Wirzsees und an den Westufern des Peipussees.

Estland bietet eine Heimat für große Säugetiere wie Elche, Rothirsche, Braunbären, Luchse, Wölfe und Wildschweine. Aber auch Rotfüchse, Biber, Marder und Schneehasen leben in Estland.

Lettland
In Lettland gibt es 706 staatlich geschützte Naturschutzgebiete, darunter vier Nationalparks. Besonders für Zugvögel von besonderer Bedeutung ist das Naturschutzgebiet Pape, wo auch Wisente, Konikpferde und Heckrinder vermehrt angesiedelt wurden. Lettland hat eine lange Tradition von Naturschutz; erste Schutzbestimmungen gab es bereits im 16. Jahrhundert. Rund 40 % der Landesfläche sind bewaldet , am häufigsten kommen Kiefern, Fichten und Birken vor, aber auch Tanne, Weißerle und Aspe. Rund 10 % der Landesfläche werden von Sümpfen und Mooren eingenommen. Wer gern am Wasser ist, wird in Lettland fündig. Neben ca. 500km Küste gibt es fast 12.000 Flüsse und 3.000 Seen.

In den Naturschutzgebieten kommen auch noch Tierarten vor, welche als bedroht gelten. Dazu gehören unteranderem der Braunbär, der Luchs und der Elch. An den Ufern der vielen Seen sind Biber und Waschbären beheimatet. Die Wälder bilden einen Rückzugsort für Wölfe, Füchse, Schneehasen, Auerhühner, Marder und Hermelin sowie Rot- und Schwarzwild. Auch die lettische Vogelwelt ist artenreich. Der häufig vorkommende Weißstorch ist Lettlands Nationalvogel.

Für die direkte Einreise aus Deutschland in die baltischen Länder sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Wir empfehlen vor Reiseantritt den Abschluss einer privaten Reisekranken- und Rückholversicherung. Die medizinische Versorgung in den baltischen Ländern ist gut und hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verbessert. Eine Reiseapotheke für längere Aufenthalte ist ratsam.
Die Geschichte des Baltikums ist lang und voller unterschiedlicher Etappen. Dazu kommt, dass die Geschichte der baltischen Staaten oft vermischt ist, teils jedoch nur für jedes Land einzeln gilt. Von der Ur- Frühgeschichte bis zum 18/19. Jahrhundert wurden die baltischen Staaten immer wieder von anderen Mächten und Nationen regiert. Der enge Bezug zu Russland ergab sich besonders ab dem 18. Jahrhundert. Durch den großen Nordischen Krieg und die Polnische Teilung geriet das Baltikum unter die Herrschaft des russischen Zarenreichs. Diese Herrschaft dauerte bis zum ersten Weltkrieg.

Im Jahre 1989 schlossen sich anlässlich des 50. Jahrestages des Hitler-Stalin-Pakt über eine Millionen Esten, Letten und Litauer zu einer 650km langen Menschenkette zusammen, um ihren Einigkeit mit dem Drang nach Unabhängigkeit von der Sowjetunion zu demonstrieren. Die Menschenkette reichte von Vilnius in Litauen über Riga in Lettland bis nach Tallinn in Estland . Sie ist die längste bekannte Menschenkette der Geschichte.

Im 20. Jahrhundert wurden die Staaten dank des Friedenvertrags von Brest-Litowsk unabhängig. So entstanden 1918 die unabhängigen Republiken Estland, Lettland und Litauen. Am 01.05.2004 traten alle drei baltischen Staaten der NATO und der EU bei.

Das Baltikum zeichnet sich durch die vielfältige Kultur aus. Diese resultiert unter anderem aus der Geschichte. Neben geschichtsträchtigen Bauten kann man besonders gut die Vereinigung der skandinavischen mit der osteuropäischen Kultur entdecken. Neben der Vergangenheit sind es vor allem die Gegenwart und die Zukunft welche das Baltikum sehr interessant machen. Die Staaten hatten in den letzten Jahren ein stetiges Wirtschaftswachstum. Dazu gehört unter anderem die gr oße Start Up Szene Estlands oder das Grundrecht auf einen Internet Zugang. Die Entwicklung in den Ländern ist rasant. Sicherlich fehlt es den baltischen Staaten noch an der einen oder anderen Stelle gegenüber anderen europäischen Staaten. Jedoch sollte die Zukunft noch besser aussehen, wenn sich die Entwicklungen weiter so stark zeigen.

In allen drei Ländern wird die einheimische Sprache gesprochen und ist auch Amtssprache. Im Baltikum verstehen aber auch sehr viele Menschen englisch und sprechen es fließend. In Litauen versteht man oftmals auch Polnisch und Russisch. In Estland ist in einigen Teilen aufgrund der Geschichte auch deutsch geläufig. Die Menschen im Baltikum sprechen meist zwei oder mehr Sprachen.
2004 traten die baltischen Staaten der EU bei und haben seitdem eine rasant positive Entwicklung hinter sich. Mit dem Beitritt sei damals "einer der größten Wünsche und Ziele" seines Landes wahr geworden, schrieb Estlands Regierungschef Jüri Ratas auf Twitter. Sein lettischer Amtskollege Krišjānis Kariņš nannte den EU-Beitritt eine "Erfolgsgeschichte", während Litauens Außenminister Linas Linkevičius die EU als "eines der größten Projekte der Historie" bezeichnete. Zum 01. Mai 2004 stießen auch andere Länder zur EU hinzu. Jedoch sind es die baltischen Länder, die an Platz 1-3 stehen, wenn es um das Wirtschaftswachstum und die Kaufkraft pro Kopf geht . In allen drei Ländern wurde der Euro als stabile Währung eingeführt. Allen drei Staaten liegt eine Demokratie zugrunde. Beim Thema Wahlen ist das Land Estland übrigens sehr fortschrittlich und bietet den Bürgern des Landes an, auch über das Internet zu wählen – und das bereits seit 2005! Die Wahlbeteiligung ist seit dem kontinuierlich gestiegen.
12 Facts über das Baltikum


1.Die Geografen des Institut Geographie National, des nationalen Geographieinstituts Frankreichs, errechneten 1989 den geographischen Mittelpunkt Europas und ermittelten eine Stelle im Dorf Purnuškės etwas nördlich von Vilnius (Litauen).
2. In Litauen wird viel Alkohol getrunken. Bei den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Alkoholkonsum unter Erwachsenen lag Litauen 2018 auf Platz 2 im europäischen und Platz 4 im weltweiten Vergleich.
3.Das kleine Land Estland hat mehr als 2.000 Inseln!
4. In Estland ist Internet ein Grundrecht. Die Netzabdeckung in Estland ist sehr gut und so kann jeder Este, egal wo er sich aufhält, von seinem Internetrecht Gebrauch machen.
5.Estlands Startup-Szene ist stark am Wachsen. Aus der Szene heraus wurden unteranderem Skype und Transferwise gegründet.
6. Frauenüberschuss: In Lettland und Litauen kommen auf 100 Frauen ca. 85 Männer. Damit liegen die beiden Staaten auf Platz 1 und Platz 2 im weltweiten Vergleich. Estland belegt Platz 7. Warum im Baltikum signifikant mehr Frauen als Männer leben ist uns leider unbekannt.
7.Der Lette Anatolijs Lapins wurde in Riga geboren, er war von 1969 bis 1988 der Hauptentwerfer bei Porsche.
8.In Kuldiga (Lettland) kann man Venta Rapid besuchen - den breitesten Wasserfall Europas mit einer Breite von bis zu 270 Metern. Allerdings ist der Wasserfall nur ein paar Meter hoch.
9.Der wahre Crocodile Dundee war ein Lette! Vorbild für die Figur, die Paul Hogan in der Komödie von 1986 spielte, war Arvids Blumentals, ein lettischer Abenteurer, geboren im kleinen Ort Dundaga in der Region Kurzeme.
10.Die Menschen in Litauen lieben Heißluftballons, in dem kleinen Land gibt es die weltweit höchste Anzahl an Heißluftballons pro Kopf.
11.Um Unfällen in Estland vorzubeugen, müssen alle Personen, die in der Dunkelheit unterwegs sind Reflektoren tragen, egal ob auf dem Rad oder zu Fuß. Ohne Reflektor können bis zu 400 € Strafe fällig werden.
12.Im Jahr 2015 wurde eine estländische Eiche zum Baum des Jahres gewählt. Warum ist das außergewöhnlich? Sie steht inmitten eines Fußballfeldes und wird als 12. Spieler der Heimmannschaft angegeben.