Worauf ihr bei einer Camperreise durch Ungarn achten solltet


2 Bilder: Ungarn ist facettenreich, wild und lockt mit unterschiedlichsten Landschaften und Aktivitäten
Ungarn hat zahlreiche Heil- und Thermalquellen, die zum Entspannen einladen, für Badeurlauber und Wassersportler ist der Balaton ideal, die majestätische Stadt Budapest lockt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und wer die Weite sucht ist in der Puszta genau richtig. Doch Ungarn hat noch viel mehr zu bieten. Entdecke in einem Wohnmobil die Highlights Ungarns!

Ungarn ist ein Binnenstaat in Zentraleuropa. Budapest ist die Hauptstadt. Seit 2003 gehört Ungarn zur Europäischen Union und seit 2007 zum Schengen Raum. Zu seinen Nachbarn zählt Ungarn die Slowakei, die Ukraine, Rumänien, Serbien, Montenegro, Kroatien, Slowenien und Österreich.

Wir haben für euch alle Informationen, die ihr für eine Reise im Campervan und Wohnmobil benötigt, auf dieser Seite zusammengetragen.
Hauptstadt Budapest

Bevölkerungsanzahl 9,8 Millionen

Landesfläche 93,036 km2

Bevölkerungsdichte 1 07 Einwohner / km2

Landessprache Ungarisch

Währung Forint

Beste Reisezeit Mai - September

Jahresdurchschnittstemperatur 11 Grad C

Waldfläche 22,9 %

Wasserfläche 3,7 %

Küstenkilometer 0 km

Karte Ungarn
1 Bild: Der Ballaton oder auch Plattensee ist ein Paradies für Wassersportler und Badefans
In Ungarn kann je nach Gebiet verschiedenen Aktivitäten nachgegangen werden. Am Balaton, auch Plattensee genannt, dem größten Binnensee Europas, gibt es zahlreiche Wassersportmöglichkeiten, von Segeln über Windsurfen bis hin zu Schwimmen. Wer lieber entspannen möchte, kann eine der Thermen am Balaton besuchen. Anfang Juli zieht es Feierlustige zum Balaton Sound Festival, einem der größten Open-Air-Festivals elektronischer Musik in Europa. Um den Balaton befindet sich eine Vielzahl an Weinbergen. Der berühmteste ist der Weinberg von Badacsony. In der Region Puzta, der größten Graslandschaft Europas, können Aktivurlauber sich austoben. Egal ob Reiten, Biken, Baden oder Wassersport am Theiß-See oder Wandern, in den vier 4 Naturschutzgebieten ist für all das Platz. Der bekannteste Nationalpark Ungarns ist der Hortobágy-Nationalpark. Wer zur Abwechslung wieder Stadt braucht, kann bspw. Budapest besuchen und die prunkvollen Bauten bewundern, angefangen von Kathedralen über Schlösser bis hin zu Brücken.
0 Bilder: Wandern im Jotunheimen-Nationalpark
1 Bild: Egal ob Städtetrip, Naturreise oder Badeurlaub - Ungarn hält für jeden Geschmack etwas bereit
Ungarn hat viele kulturelle und natürliche Schätze, die darauf warten entdeckt zu werden.




1 Bild: Der Theiss-See ist ein weiterer wunderschöner See der Touristen nach Ungarn lockt
Budapest
In der Hauptstadt des Landes gibt es zahlreiche Bauwerke, die bewundert werden können. Das berühmteste, welches gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt ist, ist die Kettenbrücke. Die Hängebrücke, welche die Stadtteile Buda und Pest verbindet, ist die älteste Brücke der Stadt. Weitere sehenswerte Highlights sind das Parlamentsgebäude im historischen Zentrum des Stadtteils Pest, der Burgpalast, die Fischerbastei, der Gresham Palace, die Große Syngagoge uvm. Wer nach einem langen Sightseeing-Tag entspannen will, kann ein Thermalbad besuchen. Mitten in Budapest befindet sich das berühmte Szechenyi-Thermalbad.

Hévíz
Hévíz ist ein Kurort in der Nähe des Balatons. Der Ort lockt mit seinem natürlichen Thermalsee viele Touristen an.

Szeged
Als drittgrößte Stadt und Kulturhauptstadt des Landes beeindruckt Szeged mit vielen Bauwerken im Jugendstil.

Balaton
Der Balaton, auch Plattensee genannt, ist ein beliebter Urlaubsort. Umgeben von Weinbergen, Vulkanbergen und Thermalbädern lockt er Sonnenanbeter, Feinschmecker, Musikliebhaber und Wassersportler aus aller Welt an.

2 Bilder: Nationalparks wie der Hortobagy-Nationalpark oder die ungarische Puszta bieten Weite, Stille und Natur pur
Theiß-See
Um diesen künstlich angelegten See in der großen ungarischen Tiefebene gibt es viele Erholungsgebiete. Wassersportler können sich hier austoben. Miete dir ein Kajak, Kanu oder Jetski und erkunde die Gegend.

Burgen und Schlösser
Im ganzen Land verteilt sind geschichtsträchtige Burgen und Schlösser zu finden. Die Egerer Burg ist eine der bekanntesten und schützte damals das Tor nach Nordungarn. Das prächtige Schloss Gödöllő war die Sommer Residenz von Franz Joseph I. und seiner Frau Sisi.

Nationalparks
Es gibt rund 10 Nationalparks in Ungarn, in denen die Flora und Fauna des Landes bewundert werden kann. Viele der Tiere und Pflanzen stehen unter Schutz. Der größte Nationalpark ist der Hortobágy-Nationalpark in der Puszta, dem Steppengebiet. Tiere wie Graurinder und Wasserbüffel leben hier.

Puszta
Das größte Steppengebiet Europas hat nicht nur einen großartigen Nationalpark zu bieten, hier gibt es auch die berühmten Reitervorführungen anzuschauen. Besonders spektakulär ist der Puszta-Fünfer. Der traditionelle Pferdehirt der Puszta (Csikós) steht dabei auf den letzten zwei von fünf galoppierenden Pferden.
1 Bild: Wildcampen ist in Ungarn nicht erlaubt, es gibt jedoch andere Möglichkeiten
Wildcampen ist in Ungarn generell verboten. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Campingplätzen, viele für sehr wenig Geld. Wenn du etwas ländlicher unterwegs bist, so kannst du Grundstücksbesitzer fragen, ob du für eine Nacht dort stehen darfst. Viele erlauben es. In der Hauptsaison sind die Campingplätze gut besucht, denke daran rechtzeitig zu reservieren, vor allem in der Nähe des Balatons.
Das Klima Ungarn ist aufgrund seiner Binnenlage ein Kontinentalklima mit kalten Wintern und warmen bis heißen Sommern. Der Westen des Landes ist leicht ozeanisch geprägt mit feuchten Wintermonaten, die weniger kalt ausfallen als im Osten. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei etwa 11 Grad Celsius. Am wärmsten ist es im Juli mit durchschnittlichen 20-26 Grad Celsius. Höchstwerte von 42 Grad Celsius können im Hochsommer ebenfalls erreicht werden. Am kältesten ist es im Janaur mit durchschnittlich -1 bis -4 Grad Celsius. Die wärmste Region des Landes ist die um den Balaton. In den Sommermonaten können Badeurlauber sich auf Wassertemperaturen zwischen 21-26 Grad Celsius freuen.
Im Vergleich zu seinen Nachbarländern fällt in Ungarn weniger Niederschlag, der niederschlagreichste Monate ist der November, der Juli ist der trockenste Monat.

Die beste Reisezeit für Ungarn liegt zwischen Mai und September. Wenn möglich sollten Reisende die Monate Juli/August meiden, denn es kommen Touristenmassen nach Ungarn und das Thermometer kann über die 40 Grad Marke klettern. Wer sich für Wein interessiert, sollte den Oktober für die Weinlese auswählen. Wer den Schwerpunkt auf Stadtbesichtigungen legt, der kann auch im April nach Ungarn reisen.

Die Anreise nach Ungarn ist per Flugzeug, mit der Bahn oder mit eigenem Fahrzeug möglich. Internationale Flughäfen gibt es in den Städten Budapest, Debrecen, Györ. Zum Flughafen Hévíz-Balaton, welcher sich an der westlichen Seite des Balaton-Sees befindet, gibt es ebenfalls Linien- und Charterflüge.

Eine Anreise mit der Bahn ist ebenfalls denkbar, allerdings dauert diese je nach Start deutlich länger. Von den großen deutschen Bahnhöfen gibt es Direktverbindungen nach Ungarn.

Wer durchweg mobil bleiben möchte, kann auf das eigene Auto oder auf ein Wohnmobil zurückgreifen. Das Straßennetz in Ungarn ist sehr gut ausgebaut, sodass die Ziele im Land schnell erreicht werden. Zu beachten ist, dass in Ungarn selbst eine Maut anfällt. Je nachdem durch welche Länder die Fahrt nach Ungarn geht, fallen ggfs. noch weitere Mautgebühren an.

Für die Einreise nach Ungarn wird ein gültiger Personalausweis oder Reisepass benötigt. Ein Visum ist nicht notwendig, da Ungarn zum Schengen-Raum gehört.

1 Bild: Das Straßennetz in Ungarn ist modern und gut ausgebaut
Das Straßennetz in Ungarn ist modern und sehr gut ausgebaut. Autobahnen, sowie Schnellstraßen, die mit einem „M“ gekennzeichnet sind, sind mautpflichtig. Alle Kraftfahrzeuge bis zu 3,5t sind vignettenpflichtig. Wohnmobile benötigen eine separate Vignette der Kategorie D2. Die E-Vignette dient zur Bezahlung der Mautgebühren und kann an Raststätten, Tankstellen, in Automobilclubs oder online erworben werden. Für die Gültigkeitsdauer stehen 10 Tage, 1 Monat oder 1 Jahr zur Auswahl.
In Ungarn gibt es die Margareteninsel, eine kleine Insel auf der Donau in Budapest.


1 Bild: Die ungarische Küche ist deftig und würzig, machmal auch scharf
Die ungarische Küche ist lecker deftig, oft würzig und reich an Fleisch. Gerne genutzt werden Knoblauch und Paprika. Es gibt weitaus mehr zu probieren als Gulasch oder Paprikahuhn.

Langós

Bei dieser Spezialität handelt es sich um einen Fladen aus Hefeteig, der in Fett ausgebacken wird und anschließend mit einer Creme aus Sauerrahm und Knoblauch bestrichen wird. Oben kommt noch Käse drauf. Es gibt Variationen mit Bacon, Zwiebeln oder ungarischer Wurst als Belag.

Ungarischer Baumstriezel- Kürtöskalács

Diese Spezialität ist ein süßer Hefeteig, welcher um eine Holzrolle gewickelt und über offenem Feuer zubereitet wird. Das Ganze wird mit gehackten Nüssen oder Zimt-Zucker dekoriert.

Ungarische Gulaschsuppe- Gulyás

Dieses Gericht fällt jedem als Erstes ein, wenn er/sie an Ungarn denkt. Es gibt viele Varianten der Suppe, aber zu den Hauptzutaten zählen auf jeden Fall Zwiebeln, Gewürzpaprika und Rindfleisch.

Paprikás bzw. Pörkölt

In Deutschland wird es Gulasch genannt, in Ungarn ist es aber Paprikás bzw. Pörkölt. Wie der Name schon vermuten lässt, enthält das Gericht viel Paprika. Ferner enthält es saure Sahne bzw. Creme Fraiche und Hähnchen oder Weißfisch. Serviert wird das Ganze mit Nockerln (Klößchen) und Sauercreme.



1 Bild: Fleisch und Fisch sind fester Bestandteil ungarischer Zutaten
Ungarische Fischsuppe- Halászlé

Diese Fischsuppen-Spezialität bedeutet übersetzt „Fisch(er)brühe“ und enthält Weißfische wie Karpfen oder Zander. Es gibt jedoch regionale Unterschiede bei der verwendeten Fischsorte. Ein kräftiger Fischsud aus den unedleren Fischteilen, Zwiebeln, Paprika und Tomaten wird gekocht und durchgesiebt. Die klein geschnittenen Filetstücke kommen in den Sud, bevor es gewürzt und nochmal aufgekocht wird. Es wird meistens Weißbrot zu der Suppe gegessen.

Ungarisches Töltött

Bei diesem Gericht handelt es sich um gefülltes Gemüse. Es gibt verschiedene Variationen, von gefüllten Zwiebeln bis zu gefüllten Paprika. Die Füllung besteht aus Hackfleisch und Reis. Das Ganze wird langsam in einer Tomatensoße geschmort.
Zwar gehört Ungarn zur EU, die Landeswährung ist jedoch der Forint. Der Euro wird nur in wenigen Fällen als Zahlungsmittel akzeptiert. Die bargeldlose Bezahlung per EC- oder Kreditkarte ist sehr verbreitet.

Trinkgeld zu geben ist in Ungarn sehr üblich. Zwar ist es nicht verpflichtend, jedoch erwarten die Service-Mitarbeiter in der Gastronomie, dass sie ein Trinkgeld erhalten. Üblich sind 10% der Rechnungssumme. In einigen Restaurants wird das Trinkgeld als „Service Charge“ schon auf der Rechnung aufgeführt. In diesem Fall ist ein separates Trinkgeld nicht erforderlich.

Die Geschäfte in Ungarn haben montags bis freitags in der Regel von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, am Samstag öffnen die Läden meist schon um 9 Uhr und schließen um 13 Uhr.

Supermärkte haben von montags bis samstags geöffnet und dies von 7 Uhr bis 21 Uhr in den Sommermonaten sowie 8 Uhr bis 20 Uhr in den Wintermonaten. Einige Supermärkte haben auch sonntags geöffnet, evtl. mit verkürzten Öffnungszeiten.
Ungarn gilt als ein sicheres Reiseland. Nichtsdestotrotz ist Kleinkriminalität vorhanden. Besonders auf Märkten, an Bahnhöfen und generell in touristisch hoch frequentierten Orten kommen Taschendiebstähle und Handtaschenraub vermehrt vor.
Insbesondere rund um den Balaton wird auch in Ferienwohnungen eingebrochen, oft auch in Anwesenheit der Bewohner.
Reisende sollten stets aufmerksam sein, denn Betrüger, die auf vermeintliche Schäden am Fahrzeug hinweisen oder falsche Polizisten haben als Ziel die Reisenden zu beklauen.
Zufallsbekanntschaften und Einladungen in Bars oder Clubs, oftmals mit Unterstützung durch Empfehlung von Taxifahrern, sollten vermieden werden. Denn hier werden Touristen oftmals mit teuren Rechnungen sitzen gelassen, die beglichen werden müssen.

1 Bild: Die Flora und Fauna in Ungarn ist divers und wild.
Die Flora und Fauna ist sehr vielfältig und in vielen Gebieten auch noch intakt. Der Westen ist geprägt von weiten Ebenen und Wäldern, der Osten wird von der Puszta, der Tiefebene dominiert. Zu finden sind hier Steppen, Wälder, Wiesen, Moore, Sümpfe und Auen. Mehr als 2200 Pflanzenarten und 45.000 Tiere sind in Ungarn zu finden, 535 der Pflanzenarten und 855 Tierarten sind unter Naturschutz gestellt.

In den Wäldern leben verschiedene Wildschweine, Hirsche, Rehe und Füchse. Auf Ebenen sind Hasen, Fasane, Rebhühner und Wachteln anzutreffen. Im Winter ziehen große Storch- und Schwalbenschwärme gen Süden. Besonders geschützt sind der Stelzenläufer, die Trappe und der Sägelschnäbler. In den Flüssen und Seen tummeln sich Brassen, Karpfen, Hechte, Aale und Zander.

Der Theiß-See, der größte künstliche See Ungarns ist ein Vogelparadies und beheimatet unter anderem die Graugans, den Waldgeier, die Flußscharbe und den Silberreiher.

In den zahlreichen Nationalparks gibt es eine Vielzahl an geschützten Pflanzen und Tieren, so z.B. den nickenden Salbei, das Siebenbürger Adonisröschen, die ungarische Windblume oder die mediterrane Nieswurz.

Für die Einreise nach Ungarn sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Es wird jedoch empfohlen die Standardimpfungen aufzufrischen, sofern sie sich nicht auf dem aktuellen Stand befinden. Als Reiseimpfung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatits A, bei längeren Aufenthalten ist auch eine Impfung gegen Hepatitis B, Tollwut und FSME zu empfehlen.
Kultur

Ungarns Kultur ist stark geprägt vom römischen Reich und der Herrschaftszeit der Türken. Viele Bauwerke aus diesen Perioden thronen in diversen ungarischen Städten, von Mauern über Burgen bis hin zu Schlössern.
In Ungarn spielt Musik eine große Rolle. Mit dem Land werden direkt Namen wie Kodály und Bartók verbunden oder Operetten wie „Die lustige Witwe“ oder „Csárdásfürstin“. Zu Ungarns musikalischem Erbe zählen auch die temperamentvollen Volkslieder sowie Folkloretänze der Sinti und Roma.

1 Bild: Gebäude in Ungarn sind prunkvoll und stark vom römischen Reich geprägt
Geschichte

Vom 1. bis 4. Jhd. gehörte das heutige Staatsgebiet Ungarns zum Römischen Reich. Die Ungarn, auch Magyaren genannt, kamen um das 9. Jhd. herum aus dem östlich gelegenen Ural-Gebirge. Die Ungarn waren ein Reitervolk, welches Raubzüge durch Europa machte und nicht sesshaft war. Otto I. festigte seine Herrschaft während der Schlacht auf dem Lechfeld 955, sodass die Ungarn sesshaft wurden. Das Königreich Ungarn wurde am 20. August 1000 vom Fürst Stephan I. gegründet. Er führte auch die Christianisierung im Königreich durch.

Durch den Mongolensturm 1231/42 wurden große Teile des Landes verwüstet. Ab 1370 bis 1386 und dann erneut von 1440 bis 1444 war Ungarn mit Polen verbunden. Die Osmanen fielen immer wieder in Ungarn ein und stellten eine große Bedrohung dar.

Von 1448 bis 1490 regierte König Matthias Corvinus und Ungarn wurde zu einer politischen Großmacht in Europa. Matthias Corvinus war gleichzeitig auch der König von Kroatien und von Böhmen. Nach seinem Tod zerfiel das Königreich und das Land wurde bis 1526 von polnisch-litauischen Jagiellonen in Personalunion regiert. Die Ungarn erlitten 1526 in der Schlacht bei Mohács eine vernichtende Niederlage gegen die Osmanen und große Teile des Landes kamen unter die osmanische Herrschaft, nur ein kleines Gebiet blieb als Königreich Ungarn erhalten und wurde von den Habsburgern regiert. Die osmanische Herrschaft kam 1686 zu einem Ende und ganz Ungarn wurde von den Habsburgern regiert. Die Herrschaft war sehr hart, sodass es zu mehreren Aufständen kam, besonders in der Zeit von 1703 bis 1711. Die Aufstände wurden niedergeschlagen, die Spannungen zwischen dem ungarischen Adel und dem kaiserlichen Hof in Wien blieben jedoch bestehen. Schließlich kam es zu einer Revolution in den Jahren 1848/49. Diese wurde blutig unterdrückt, die Anführer wurden entweder hingerichtet oder flohen. 1867 wurde aus dem Kaisertum Österreich die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Franz Jospeh I. blieb bis zu seinem Tod 1916 auf dem Thron, er war der Kaiser Österreichs und der König Ungarn. Danach bestieg sein Großneffe Karl I. den Thron. Am Ende des Ersten Weltkrieges gelang es Ungarn sich von Österreich zu lösen. Karl I. löste die Realunion auf und am 13. November, kurz nachdem Kaiser Wilhelm II. im Deutschen Reich abdankte, erklärte er seinen Rückzug. Nur 3 Tage danach wurde die demokratische Republik Ungarn ausgerufen. Als Verlierer des Ersten Weltkrieges musste Ungarn viele Gebiete abtreten, so z.B. die Slowakei an Tschechien, das Burgenland an Österreich und Siebenbürgen an Rumänien. Ungarn versuchte militärisch Siebenbürgen zurückzugewinnen, konnte sich allerdings nicht gegen Rumänien behaupten. Miklós Horthy erlangte November 1919 die Macht und wurde zum Reichsverweser gewählt. Durch ihn wurde formell die Monarchie wieder eingeführt, allerdings übergab er die Macht nicht an Karl I., welcher im Exil war. Die Friedensverträge verboten Ungarn die Einführung der Monarchie. Somit war Horthy faktisch das Staatsoberhaupt Ungarns bis 1944. Ab 1933 gab es seitens Ungarn Nährungen an das nationalsozialistische Deutschland, im Zweiten Weltkrieg kämpfte Ungarn zunächst an deutscher Seite, wechselte aber später die Seiten. Daraufhin besetzten die Deutschen Ungarn im Frühjahr 1944. Die Juden in Ungarn wurden deportiert und getötet. Als Horthy im Herbst 1944 kapitulieren wollte, wurde er festgenommen und abgesetzt. Die russische Rote Armee eroberte im Kampf um Ungarn das Land und die Besetzung durch die Sowjetunion wurde am 4.April.1945 abgeschlossen. Ungarn wurde eine Volksrepublik und war fortan Teil des Ostblocks. Am 23. Oktober.1956 kam es zum ungarischen Volksaufstand. Die Regierung wurde abgesetzt und eine neue, demokratische unter Ministerpräsident Imre Nagy wurde eingesetzt. Der Aufstand wurde nach nur wenigen Tagen von sowjetischen Truppen blutig niedergeschlagen und Nagy hingerichtet. János Kádár wurde neuer Staatschef, bis er 1988 zurücktreten musste. Er übte den Sozialismus in einer abgeschwächten Form aus, das Ganze wurde auch als „Gulaschkommunismus“ bezeichnet. Am 27.Juni.1989 zerschnitt Ungarns Außenminister Guyla Horn mit seinem Amtskollegen aus Österreich den Stacheldraht zwischen beiden Ländern. Ein Flüchtlingsstrom von DDR-Bürgern nach Ungarn folgte. Die symbolische Öffnung des Grenzzauns führte dazu, dass die Flüchtlinge nach Österreich reisten.

Die dritte Republik Ungarns wurde am 23. Oktober 1989 ausgerufen.

1 Bild: Die ungarische Bevölkerung gedenkt vielerorts ihrer Vorfahren
Sprache

Die Amtssprache Ungarisch wird von etwa 99,6% der Bewohner Ungarns gesprochen. Ungarisch gehört den finnisch-ugrischen Sprachen an und ist mit dem Finnischen und Estnischen verwandt.
Ungarisch zählt zu den 20 am schwierigsten zu erlernenden Sprachen weltweit, besonders für Englischsprachige ist es schwer, die Sprache zu lernen.
Staatsform Ungarns ist seit 1989 eine parlamentarische Republik. 2003 trat Ungarn der EU bei.
1 Bild: Mit Bier anzustoßen gilt in Ungarn als unhöflich.
In Ungarn sollte man es meiden mit Bier anzustoßen, denn dies gilt als unhöflich. Zurückzuführen ist diese Tradition auf eine Legende aus 1848.
Die U-Bahn in der Hauptstadt Budapest ist die älteste noch funktionierende elektrische U-Bahn in ganz Europa und das drittälteste U-Bahn-Netz der Welt.
In Budapest befindet sich das Flippermuseum (Flippermúzeum), welches mit 130 Flippern die größte interaktive Flipper-Austellung in Europa ist. Die Flipper dürfen alle kostenlos getestet werden.
Die Zahl 96 hat eine große Bedeutung in Ungarn. 896 ist das Gründungsjahr Ungarns, Gebäude dürfen max. 96 Fuß hoch sein und die Nationalhymne dauert, wenn sie im richtigen Tempo vorgetragen wird, genau 96 Sekunden.
Vor Einführung der heutigen Währung, dem Forint wurde der Pengő genutzt. Aufgrund der Hyperinflation nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Banknote mit dem höchsten Nominalwert auf den Markt gebracht. Und zwar der 100 Millionen Billionen- Pengő.