Worauf ihr bei einer Camperreise durch Finnland achten solltet




8 Bilder: Finnland ist ein dünnbesiedeltes Land mit einer vielfältigen Naturkulisse
Finnland ist Erholung pur! Niemals endende nordische Weite, abertausende von glitzernden Seen, die surreal wirkenden Polarlichter, das Zuhause des Weihnachtsmannes und dazu multikulturelle Metropolen wie Helsinki – all das hat Finnland zu bieten. Mit Grenzen zu Schweden, Norwegen und Russland gehört es zu den nordischen Ländern Europas nahe des Polarkreises, ist aber strenggenommen kein Teil Skandinaviens. Lediglich ein kleiner Teil Nordfinnlands liegt nämlich auf der skandinavischen Halbinsel. Trotzdem ist Finnland eines der attraktivsten Reiseziele für einen Camperurlaub.

Wer die Ruhe und die Zeit im Norden ohne Begegnungen mit vielen Touristen sucht, der ist in Finnland genau richtig. Teilweise fahrt ihr hier kilometerweit umgeben von Wäldern und Seen ganz alleine auf den Straßen.

Die CamperOase verrät euch alles, was ihr über das „Land der Seen“ wissen müsst. Dafür haben wir euch alle Informationen, die ihr für eine Reise im Campervan und Wohnmobil benötigt, auf dieser Seite zusammengetragen.

Hauptstadt Helsinki

Bevölkerungsanzahl 5,5 Millionen

Landesfläche 338.465 km2

Bevölkerungsdichte 1 6 Einwohner / km2

Landessprache Finnisch / Schwedisch

Währung Euro

Beste Reisezeit Juni-August

Jahresdurchschnittstemperatur 18,2 Grad C

Waldfläche 65 %

Wasserfläche 11,36 %

Küstenkilometer 1250 km

Karte Finnland
1 Bild: Die Winterlandschaft und Stille in Lappland ist einzigartig wie die Polarlichter selbst
Finnland ist vor allem für Naturliebhaber interessant. Die finnischen Landschaften bieten unheimlich viele tolle Panoramen und zudem eine gut ausgebaute Infrastruktur, was Nationalparks, Campingplätze und Wanderrouten angeht. Hinzu kommen die vielen Seen und Inseln vor der Küste im Südwesten des Landes, welche mit dem Fahrrad oder auch mit dem Kajak erkundet werden können. Weit oben auf der Wunschliste vieler Finnland-Fans stehen sicherlich die Polarlichter, die sich am häufigsten im Frühling und im Herbst blicken lassen. Um sie zu sehen, solltet ihr am besten nach Lappland in den Norden fahren. Wie wäre es hier tagsüber mit einer Schneeschuhwanderung oder einer Rentiersichtung? Wer die nordischen Wildtiere einmal hautnah erleben möchte, kann aber auch im Sommer für eine Elch-Safari nach Lappland kommen. In Finnland bieten euch die verschiedenen Jahreszeiten nämlich komplett andere Erlebnisse. Während es im Land der „Mitternachtssonne“ im Sommer fast gar nicht dunkel wird, lässt sich die Sonne im Winter fast gar nicht blicken. Dank Schnee und Polarlichtern entsteht hier eine einzigartige Stimmung, welche sich beispielsweise auch bei einer Nacht im Eisiglu erfahren lässt.
1 Bild: Mit dem Wohnmobil lässt es sich wunderbar im Land der Seen schlafen
Grob lässt sich Finnland in die Regionen Helsinki, Seenplatte, Schärenmeer und Lappland unterteilen. Der Süden eignet sich besonders für eine Rundreise mit dem Camper. Von der Hauptstadt Helsinki aus könnt ihr gen Osten Richtung Turku, Finnlands ältester Stadt, fahren. Turku liegt direkt an der Küste des Schärenmeers mit unendlich vielen kleinen Inseln, die sich per Boot erkunden lassen. Nicht weit von Turku entfernt ist die Stadt Rauma. Die Altstadt ist die größte zusammenhängende Holzstadt im nördlichen Europa und zusätzlich UNESCO Weltkulturerbe. Im Südosten des Landes erwartet euch die Seenplatte, welche dem „Land der Seen“ seinem Namen verleiht. Der Saimaa-See sollte definitv ein Stopp auf eurer Camper-Reise sein. Im Norden des Landes gilt es Lappland rund um seine Hauptstadt Rovaniemi zu erkunden. Hier gibt es das Museum Arktikum zu bestaunen. Große Augen bei den Kleinen kann meist das Weihnachstmanndorf erzeugen. Hier soll angeblich das Zuhause von Santa sein… Auf Wanderungen durch den Lemmenjoki-Nationalpark lassen sich mit Glück Polarfüchse entdecken. Aber auch sonst haben die 40 Nationalparks des Landes unheimlich viele tollen Panoramen zu bieten.




1 Bild: Finnland ist ein Paradies für Wohnmobil- und Camperreisende die möglichst naturnah nächtigen wollen
Finnland ist ein absoluter Traum für Camper. Die nordische und unberührte Natur ist ein wichtiger Teil des Finnland-Reiseerlebnisses. Ob ihr unter der Mitternachtssonne an einem der vielen Seen im Süden des Landes oder den Nordlichtern in Lappland übernachtet – Finnland bietet viele tolle Campingplätze für Wohnmobile und Wanderer. Campingplätze mit einer eigenen Sauna sind hier die Spezialität. Zudem überzeugen sie mit gutem Service wie kleinen Kiosken, Abfallmanagement und eigenen Badestränden. Eine Liste mit vielen Campingplätzen findet ihr

In Finnland gilt zudem das Jokamiehen oikeudet – das „Jedermannsrecht“. Diese Regelung sieht gesetzlich vor, dass jeder, der in Finnland lebt oder reist, das Recht hat die finnische Natur vorrübergehend für Erkundungen zu nutzen. Dies beinhaltet das freie Campen, Beeren zu sammeln oder zu angeln. Grundvoraussetzung ist der respektvolle Umgang mit der Natur. Außerdem gilt es die Campingstätte sauber zu hinterlassen, Müll mitzunehmen usw. Zudem sollte man frei nicht mehr als eine Nacht bleiben und genügend Abstand zu Wohnhäusern einhalten. Auch in den 40 Nationalparks des Landes ist dies gestattet. Hier stehen aber auch offene Blockhäuser, Miethütten sowie gekennzeichnete Campingplätze zur Verfügung. Für ein offenes Lagerfeuer benötigt ihr häufig eine Genehmigung. Informiert euch am besten im nächstgelegenen Besucherzentrum. Campingkocher sind in der Regel erlaubt.
1 Bild: vor allem die Sommermonate von Juni bis August eignen sich für eine Reise nach Finnland. Die Tage sind lang und warm.
Finnland ist im Temperaturdurchschnitt das kälteste Land Skandinaviens. Insgesamt kann das Klima als kaltgemäßigt beschrieben werden. Aus dem Westen können feuchte und wechselende Wetterlagen nach Finnland gebracht werden. Das Land ist aber größtenteils durch das skandinavische Gebirge vom Atlantik abgeschirmt. Durch Golfstrom, Ostsee sowie die Binnenseen ist das Klima deutlich milder als an anderen Orten auf diesen Breitengraden. Zusätzlich sind für die Wahl der optimalen Reisezeit die Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden des Landes sehr wichtig.

Im Süden bis hin zur Mitte des Landes herrscht kontinentales Klima. Dies beinhaltet warme, aber regenreiche Sommer sowie kalte und schneereiche Winter. Für Städtetrips und Wanderungen ist die beste Reisezeit hier von Mai bis September. Im Durchschnitt habt ihr im Sommer Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad. Die Jahresdurchschnittstemperatur im Süden beträgt 5° C. Im Norden des Landes liegt das finnische Lappland. Hier ist es das Jahr durchweg über kalt bis auf Ausnahme eines sehr kurzen Sommers von Juli bis August. Die Durchschnittstemperatur beträgt hier nur noch – 2° C. Wer die Polarlichter sehen möchte, sollte zwischen Dezember und März kommen. Allerdings wird man in den Wintermonaten in Nordfinnland etwas im Dunkeln tappen. Aufgrund der nördlichen Lage scheint hier im Winter nämlich nie die Sonne.
Finnland ist am schnellsten mit dem Flugzeug zu erreichen. Der Flughafen der Hauptstadt Helsinki wird von vielen europäischen Flughäfen aus angesteuert. Von Helsinki aus bestehen Anschlüsse zu über zwanzig innerfinnischen Flughäfen. Der Flug nach Helsinki dauert von den meisten europäischen Flughäfen nur ein bis vier Stunden. Alternativ ist die Anreise per Fähre über die Ostsee möglich. Viele Fähren verlassen die norddeutschen Häfen an der Ostsee Richtung Schweden und Finnland. Anlegestellen sind hier ebenfalls in Helsinki, aber beispielsweise auch in der etwas weiter westlich gelegenen Stadt Turku. Ein sehr bekannter Fähranbieter ist die Viking Line. Diese besticht durch nordische Tradition seit 1959 und und steuert Häfen in Schweden, Finnland und Estland an. Finnlines bietet unter anderem auch eine Fähre nach St. Petersburg an. Wer noch ein paar Tage Zeit hat, kann diese Metropolo Russlands noch mit seinem Finnland-Urlaub kombinieren. Die Einreisebestimmungen können aktuell aufgrund der Maßnahmen zur Endämmung des COVID-19 Virus variieren. Bitte informiert euch auf den aktuellen Websites der Botschaft eures Herkunftslandes.

1 Bild: Schneebedeckte Straßen sind in den Wintermonaten keine Seltenheit
Finnland ist mit 16 Einwohnern pro Quadratkilometer ziemlich dünn besiedelt. Das merkt man auch im Straßenverkehr. Staus gibt es so gut wie nicht. Auch die Straßen sind generell in gutem Zustand. Für Reisende aus Mitteleuropa oder Großstädten aus aller Welt ist also bereits das Fahren auf den finnischen Straßen Erholung. Gefahren wird auf der rechten Seite, überholt wird links. Besitzer eines Führerscheins aus der EU sowie den meisten Nationen dürfen mit ihrem regulären Führerschein in Finnland fahren. Eine Auflistung der Länder findet ihr hier hier.

Geschwindigkeitsbegrenzungen sehen wie folgt aus:
Autobahnen: 120 km/h (74 mph)
Außerorts: 80 km/h (49 mph)
Innerorts: 50 km/h (30 mph)
Diese Regelungen gelten vor allem für den Sommer. Im Winter wird die Geschwindigkeit überall in Finnland auf 80 km/h begrenzt. Hier gilt zudem Winterreifen-Pflicht (idealerweise mit Spikes) von Dezember bis Februar. In Finnland ist das Nutzen von Streusalz eher unüblich. Stattdessen kommen Schneepflüge oft zum Einsatz. Unabhängig von der Jahreszeit und der Uhrzeit herrscht in Finnland die Pflicht die Scheinwerfer einzuschalten. Dies hängt auch mit der ständigen Gefahr zusammen, dass Rentiere oder Elche auf die Fahrbahn laufen. Hier gilt es besonders achtsam zu sein.

An finnischen Tankstellen wird häufig in Selbstbedienung direkt mit Kreditkarte gezahlt. Hier solltet ihr euren PIN bereit haben. Da es besonders im Norden auch größere Strecken ohne Tankstellen geben kann, sollte hier in jedem Fall vorrausschauend geplant werden.
1 Bild: Inseln wie Aland überzeugen mit wilder Natur. Wer von Schweden mit der Fähre nach Finnland reist, sollte unbedingt einen Zwischenstop einlegen.
Bei den finnischen Inseln spricht man vor allem vom Schärenmeer. Dieses ist ein Teil der Ostsee und liegt an der Südwestküste des Landes vor der Stadt Turku. Hier liegen zwischen 20.000 und 50.000 Inseln. Die genaue Anzahl ist schwer festzulegen, da viele Inseln auch nur aus felsigen Klippen bestehen. Auf den Inseln des Schärenmeers leben rund 30.000 Menschen. Die Inseln Finnlands in dieser Region sind am besten im Sommer zu erkunden. Wer „Inselhopping“ betreiben möchte, ist hier genau richtig. Radtouren an der Küste, abenteuerliche Kajakausflüge, Sonnenuntergänge im Restaurant oder einfach ein Tag am Sandstrand – all das könnt ihr beispielsweise auf der Insel Kaunissaari erleben. Startpunkt auf dem finnischen Festland kann die Insel Kotka sein. Nicht weit entfernt liegen die Pellinge-Inseln. Auf diesen rund 200 Inseln leben nur knapp 300Menschen. Im Sommer könnt ihr hier eine Vielzahl an Events und Festivals erleben. Inseln, die direkt von Helsinki aus erreichbar sind, sind Suomenlinna sowie Vallisaari. Weitere Tipps zu den vielen kleinen finnischen Inseln findet ihr hier: hier.

Im Westen wird das Schäreenmeer durch die größere Inseln Åland eingegrenzt. Diese liegt am Eingang des Bottnischen Meerbusens und gehört zwar zu Finnland, ist jedoch politisch weitgehend autonom. Die Amtssprache auf Åland ist Schwedisch. Dieser nördliche Teil der Ostsee verfügt über ein dichtes Netzwerk aus Fährverbindungen. Von Helsinki, Turku, Stockholm oder Talinn bieten die großen Reedereien Viking Line, Rederiaktiebolaget Eckerö und Tallink Fahrten mit dem Schiff nach Åland an. Alternativ werden von diesen Städten auch regelmäßig Flüge auf die Insel zum Flughafen Mariehamn angeboten.
1 Bild: Kartoffelspeisen sind sehr beliebt in Finnland
In der finnischen Küche spielen Fisch, Wild, Brot, Kartoffeln, Beeren und Pilze eine große Rolle. Die bekanntesten Gerichte sind karelische Pieroggen (kleine Teigtaschen aus Roggen) sowie karelische Fleischtöpfe. Sehr beliebt sind Gerichte mit Hering, wie dem Atlantik- oder dem Ostseehering. Diese werden mit Ei, Gurke, Roter Beete und Mayonnaise oder mariniert in einer Senfsauce serviert. Eine weitere Spezialität ist frisch zubereiterer Lachs. Im Sommer von Juli bis August stehen Flusskrebse häufig auf den Speisekarten. Fleischspezialitäten aus Finnland sind geschnetzeltes Rentier, Rentierschinken sowie Elchbraten. Die berühmteste Wurst ist, benannt nach ihrem Räucherort, die Saunawurst. An Festtagen werden in Finnland traditionell Aufläufe (laatikko) gegessen. Als Basis sind Steckrüben (lanttu), Leber (maksal) und Mohrrüben (porkkana) verbreitet. Ein weiteres traditionelles Leibgericht ist selbstgemachte Erbsensuppe. Finnisches Brot ist in der Regel Roggenbrot und sehr kräftig im Geschmack. In den Städten findet man auch viele internationale Imbisse. Jedoch solltet ihr es euch nicht entgehen lassen die finnischen Kombinationen mit Kartoffeln, Roggen, Hafer und Steckrüben zu probieren. In einem günstigen finnischen Restaurant bezahlt man für ein Gericht circa zwölf Euro.

Bei den Getränken ist Finnland vor allem für seinen Kaffeeverbrauch bekannt. Mit im Durchschnitt über 1300 Tassen jährlich hat Finnland den höchsten pro Kopf Verbrauch der Welt. Daneben ist Wodka aufgrund der Nähe zu Russland sehr beliebt. Die berühmteste Marke ist sicherlich Finlandia. Biere werden je nach Alkoholgehalt in drei Gruppen eingeteilt. Starke Biere ab 5,8%, mittlere Biere von drei bis fünf Prozent und leichte Biere bis drei Prozent. Starke Biere sind hierbei am beliebstesten. Ein halber Liter eines einheimischen Bieres kostet in einer Bar im Schnitt sechs Euro, im Supermarkt bekommt man es deutlich günstiger. Angestoßen wird traditionell mit skål.
In Finnland wird mit dem Euro gezahlt. Das durchschnittliche Preisniveau ist dabei etwa höher als in den mitteleuropäischen Ländern. Für ein Bett im Hostel zahlt man 48€ pro Nacht, für ein Zimmer im 3-Sterne-Hotel leicht unter 100€ pro Nacht.

Geschäfte und Supermärkte öffnen in der Regel zwischen 7:00 und 9:00 und schließen zwischen 20:00 und 21:00. Manche Geschäfte haben auch am Samstag bis zum Nachmittag geöffnet, wenige sogar Sonntags ab der Mittagszeit bis zum Abend.

Eine Servicegebühr für die Bedienung ist in den Restaurantpreisen meist inbegriffen. Das bedeutet, dass ein zusätzliches Trinkgeld natürlich gern gesehen, aber keinesfalls Pflicht ist. Dies gilt ebenso für andere Dienstleistungen wie beispielweise Taxifahrten.
Finnland gilt als sicheres Reiseland. Laut dem deutschen auswärtigen Amt ist die Kriminalitätsrate niedrig. Es gilt wie in allen Reiseländern an hoch freqentierten Touristenorten besonders achtsam zu sein. Hier kann es zu Taschendiebstählen kommen. Geld, Ausweise und weitere wichtige Dokumente sollten sicher am Körper aufbewahrt werden. Die finnische Sicherheitspolizei (SUPO) stuft die Gefahr durch Terrorismus auf Stufe zwei von vier ein. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des finnischen Sicherheits- und Informationsamt.
1 Bild: Birkenwälder findet man in Finnland bis nach Lappland.
Die Artenvielfalt in Finnland ist mit 42.000 verschiedenen Tieren, Pflanzen und Pilzen vergleichsweise geringer als in südlicheren Ländern. Dafür ist die finnische Wildnis aber recht einzigartig, da es viele Arten nur hier gibt. Mit knapp 86 Prozent ist der Großteil des Landes von Wald bedeckt, von welchen wiederum der Großteil Nadelwälder mit Kiefern und Fichten sind. Bis hoch nach Lappland ist die Birke vertreten. Laub- und Mischwälder findet man nur im Südwesten. Die Böden der Wälder werden von über 800 Arten an Moos sowie über 1000 Arten von Flechten bedeckt. Daneben wachsen hier sehr viele Beeren, zu welchen Johannis-, Blau-, Erd-, Wacholder- und Preiselbeeren gehören.

Die vielleicht berühmtesten Mitglieder der finnischen Fauna sind die Elche, welche bis zu drei Meter lang und 800 kg schwer werden können. Auf Elche trifft man vor allem in den Seengebieten im Süden des Landes. Daneben kann man in Finnland auf einige der bis zu 200.000 frei lebenden Waldrentiere treffen. Weitere Wildtiere sind der Bärenmarder oder auch Vielfraß, der Fuchs, der Marder und der Biber. Im Grenzgebiet zu Russland ist der mit 1500 frei lebenden Tieren sehr seltene eurasische Luchs beheimatet. Der Nationalvogel Finnlands ist der Singschwan. Für Lappland sind Schneehuhn und Schneeeule typisch. Daneben zählen rund 430 Arten zur finnischen Vogelwelt. In den vielen Gewässern tummeln sich Speisefische wie Forelle, Hecht, Lachs, Zander und Barsch sowie bis zu 70 weitere Fischarten. Finnland eignet sich deswegen sehr für Angler. In den nördlichen Regionen gibt es bis zu 1000 Braunbären und 150 Wölfe. Der Wolfsbestand ist aufgrund von illegalen Jägern in den letzten Jahren leider drastisch gesunken.
Es gelten die Empfehlungen der WHO hinsichtlich der COVID-19-Pandemie. Ansonsten sind für eine Einreise nach Finnland keine Pflichtimpfungen vorgesehen. Es wird empfohlen die Standardimpfungen auf dem aktuellen Stand zu halten. Von März bis Oktober kommt es in Süd- und Mittelfinnland zur Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenstiche. Gegen diese Krankheit könnt ihr euch impfen lassen. Wir empfehlen eine Beratung bei einem Experten vor Reisebeginn. Vor Ort sollten Präventionsmaßnahmen für den Schutz gegen Insektenbisse wie Sprays und lange Hosen getroffen werden.

Bitte informiert euch für aktuelle Meldungen zur Einreise nach Finnland auf der Website der jeweiligen Botschaft eures Landes.
1 Bild: In der Zeit von 700 bis 1100 durchsuchten die Wikinger die Ostsee auf ihren Raubzügen und trafen auf Finnland
Die ersten Bewohner Finnlands stammten aus den Völkern der Finnen und Samen und sprachen finno-ugrische Sprachen und besiedelten ab 1000-500 v. Chr. besonders die Ostseeküste. Sie nannten ihr Land Suomi, was übersetzt das „Land der Seen“ bedeutet. In der Zeit von 700 bis 1100 machten die Finnen dann vermehrt Bekanntschaft mit den Wikingern aus Dänemark, welche die Ostsee auf Raubzügen, aber auch für den Handel erkundeten. Die Finnen waren kein vereintes Königreich, sondern eher einzelne kleine Dörfer. Im 12. Jahrhundert waren zusätzlich Russen aus Nowgorod von Zeit zu Zeit involviert. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts folgte die Zeit der Kreuzzüge. Die Gebiete Finnlands wurden in dieser Zeit ein Teil des großen schwedischen Imperiums. Aus den häufig verflochtenen Königsfamilien von Dänemark, Norwegen und Schweden resultierte 1397 die Kalmarer Union inklusive dem schwedischen Finnland. Auf die vielen Kriege in Nordeuropa, in denen Finnland häufig der Unbeteiligte in der Mitte war, reagierten die Finnen 1596 mit Aufständen gegen die schwedische Krone, die schnell abgewehrt werden konnten. Von 1700 bis 1721 verloren viele Finnen durch harte Winter und vorrückende russische Armeen ihr Leben, während sie noch immer im Namen der schwedischen Krone agierten. Als Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts weiter nach Europa vordrang, geriet er auch in einen Krieg mit Schweden. Währenddessen annektierte Russland Finnland, da es sein Gebiet weiter nach Westen erweitern wollte. Die Finnen erhielten unter einem Herzog größtenteils Autonomität. Dieses Verhältnis war friedlich bis zum Ersten Weltkrieg. 1917 erhielt Finnland, welches ebenfalls vom damaligen Wind des Nationalismus erreicht wurde, seine Unabhängigkeit. Da in dieser Zeit verschiedene Ideologien entstanden, spaltete sich das Land und geriet 1918 in einen Bürgerkrieg, welcher von Anti-Kommunisten gegen die Sozialisten gewonnen wurde. Im Zweiten Weltkrieg marschierte Russland in Finnland 1939-40 im sogenannten Winterkrieg ein. Es folgte eine kurze Allianz mit den Deutschen, welche sich 1944 in einem Kampf um Lappland aber bereits wieder auflöste. Nach dem Krieg musste Finnland hohe Abgaben an Russland zahlen, was aber in einem Aufschwung der Industrie sowie stärkerem Nationalgefühl mündete, da man weiter unabhängig blieb. Im Kalten Krieg blieb Finnland darauf neutral und wurde stattdessen 1952 ein Mitglied der nordischen Union. Dies setze den Grundstein für den modernen Sozialstaat, der Finnland heute ist.

1 Bild: Die Finnen sind stolz auf ihr Land, ihre Geschichte und Sprache
Finnen sind sehr stolz auf ihre Nationalität. Möchte man ihnen eine Freude bereiten, ist man als Besucher über finnische Erfolge im Sport, historische Fakten oder die technologische Errungenschaften informiert. Daneben sind kulturell orientierte Finnen sehr stolz auf ihre Komponisten wie Sibelius, Saariaho oder Lindberg. Teilweise wird den Finnen nachgesagt hinsichtlich ihrer Nationalität etwas an einem Minderwertigkeitskomplex zu leiden. Viele Finnen sind gegenüber ihrem Land auch durchaus kritisch eingestellt. Dies sollte man aber nicht unbedingt dem finnischen Gegenüber ins Gesicht sagen. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist in Finnland zu einem sehr hohem Grade ausgeprägt. Frauen, welche höhere Ämter in Politik oder Kirche ausüben, sind kein seltener Anblick. Die meisten Finnen sind evangelisch-lutherisch, wobei Religion keine allzu große Rolle spielt. Nicht zuletzt aufgrund der steigenden Multikulturalität wird der Glaube jedes Einzelnen jedoch respektiert.

In Finnland gibt es mit Finnisch, Schwedisch und Samisch gleich drei Muttersprachen. Etwas sechs Prozent der Bevökerung spricht Schwedisch. Samisch wird von rund 8000 Samen in Lappland gesprochen. Finnisch gehört zu den finno-ugrischen Sprachen, was eine Untergruppe des Uralischen ist. Somit ist es eng verwandt mit dem Ungarischem sowie Estnischen. Mit dem Großteil der Bevölkerung Finnlands sprechen rund 4,9 Millionen Menschen Finnisch als Muttersprache.
Finnland ist eine Republik und seit 1917 unabhängig. Geleitet wird das Land von der Präsidentin bzw. vom Präsidenten, welcher im Vergleich zu anderen europäischen Ländern etwas umfassenderen Einfluss hat, und ihrer/seiner Regierung. Finnland ist in sechs Regionalverwaltungsbezirke sowie 311 Kommunen unterteilt. Die Kommunen haben im Schul-, Sozial- und Gesundheitswesen weitreichende Kompetenzen. Finnland ist seit 1995 Mitglied der Europäischen Union. Daneben isr es ein Teil der Vereinten Nationen sowie Teil des Nordischen Rates, zu welchem auch Dänemark, Island, Norwegen, Schweden, Färöer sowie Grönland gehören.
1 Bild: Finnen trinken mehr Kaffee als alle anderen Nationalitäten
Die finnischen Sitten und Bräuche sind sehr nah am europäischen Durchschnitt. Die Gefahr in ein Fettnäpfen zu treten ist deswegen eher gering.
In Finnland haben Wörter eine starke Bedeutung. Die Finnen neigen deswegen eher dazu Small Talk zu meiden. Öffentliche Verkehrsmittel sind deswegen häufig auffallend still.
Beim Begrüßen wird sich in Finnland kurz und fest die Hand gegeben und in die Augen geschaut. Umarmt wird sich eher selten.
Jari Litmanen und Sami Hyypiä sind zwei der bekanntesten finnischen Fußballspieler.
Der Erfinder des Linux Betriebssystems Linus Thorvalds sowie die Marke Nokia stammen aus Finnland.
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Kaffee ist in Finnland höher als in jedem anderem Land.
Statt Nikolaus feiern die Finnen am 6. Dezember die ihm Jahre 1917 erlangte Unabhängigkeit.