Worauf ihr bei einer Camperreise durch Irland achten solltet


4 Bilder: Die Schönheit Irlands mit dem Camper entdecken


Irland , auch Republik Irland genannt, ist ein kleiner Inselstaat im Atlantik. Er liegt westlich von England und Wales. Zusammen mit Nordirland, welches zum Vereinigten Königreich gehört, bildet er die irische Insel, wobei die Republik Irland den größeren Teil ausmacht. Heute leben etwa 4,9 Millionen Menschen in Irland, davon rund 1,4 Millionen in der Hauptstadt Dublin, die im Osten des Landes liegt.

Irland zählt zu den beliebstesten Camper-Reisezielen Europas. Dafür gibt es mehrere Gründe. Aufgrund seiner Insellage bietet Irland wunderschöne Panoramastraßen entlang der Küste. Eine Umrundung der Insel ist dank der Größe in einer Reise absolut machbar. Hinzu kommen die grünen Landschaften im Landesinneren sowie eine authentische Kultur in den kleinen Dörfchen oder auch der Metropole Dublin.

Hauptstadt Dublin

Bevölkerungsanzahl 4,9 Millionen

Landesfläche 70.274 km2

Bevölkerungsdichte 70 Einwohner / km2

Landessprache Englisch/Irisch

Währung € EUR

Beste Reisezeit Mai-September

Jahresdurchschnittstemperatur 11,5 Grad C

Waldfläche 11 %

Wasserfläche 2 %

Küstenkilometer 1.448 km

Karte Irland
1 Bild: Das Nachtleben in Dublin ist immer turbulent. Temple Bar ist dabei ein Bezirk, der als besondere Pub- und Partymeile gilt.
Irland ist ein Paradies für Naturliebhaber: steile Klippen, wilde Küsten sowie unzählige Seen warten auf der grünen Insel, die mehr Schafe als Einwohner zählt. Mit einem Wohnmobil kann man die wunderschöne Natur Irlands in eigenem Tempo erkunden.

Irland hat jedoch mehr als nur atemberaubende Natur zu bieten. Der Osten ist gefüllt mit Historie. Mehr als 30.000 sagenhafte und mystische Burgen und Schlösser warten darauf erkundet zu werden. Die berühmte Pubkultur lädt zu einem Guinness oder traditionellen Whiskey mit den gastfreundlichen und geselligen Iren ein. Dublin wohl eine der einladensten Städte Europas, wenn es darum geht einen erninnerungswürdigen Abend zu verbringen. Starten tut ihr mit einer Besichtigung der Guiness Brauerei ehe ihr euch ins Temple Bar District begebt, wo unzählige Pubs mit Live Music auf euch warten. Dublin ist der ideale Start- und Endpunkt eurer Wohnmobil-Reise durch Irland.



1 Bild: Die Cliffs of Moher stellten auch in vielen berühmten Filmen wie beispielsweise Harry Potter 6 eine Location da.


Eines der bekanntesten Highlights des Landes, wenn nicht das bekannteste, sind die Cliffs of Moher, eine Steilküste im Südwesten Irlands. Die Klippen ragen überwiegend senkrecht aus dem Atlantik, an der höchsten Stelle messen sie 214m. Die Cliffs of Moher sind über 8 km lang und Teil der Wild Atlantic Way, einer spektakulären Küstenstraße, die sich entlang der Westküste schlängelt. Mit rund 2600km ist der Wild Atlantic Highway sogar eine der längsten Küstenstraßen weltweit. Hier warten unzählige Abenteuer und Naturwunder, die mit Wohnmobil entdeckt werden können.

1 Bild: Die berühmte "Ring of Kerry"-Panoramaroute ist zur Hochsaison zwar etwas überlaufen, jedoch trotzdem gerade mit dem eigenen Camper traumhaft schön.


Der Ring of Kerry ist eine weitere beliebte Attraktion, die im Wohnmobilurlaub durch Irland nicht fehlen darf. Die 179 km lange Panoramastraße umrundet die Iveragh Halbinsel und bringt zahlreiche Highlights mit sich- von atemberaubenden Panoramaaussichten, wunderschönen Sandstränden über unberührte Natur bis hin zu Einblicken in die Vergangenheit Irlands. Mystische Burgen, stattliche Schlösser, uralte Ruinen sowie zahlreiche Museen warten darauf ihre Geschichte erzählen zu dürfen.

Die Top 10 Highlights für eine Wohnmobilreise durch Irland gibt es hier.
1 Bild: Wildcampen ist in Irland nur in bestimmten Regionen erlaubt. Alternativ steht euch ein gutes Netz aus Campingplätzen zur Verfügung.
Jeden Tag mit dem Wohnmobil an einem neuen Ort aufwachen, mitten in der Natur, umzingelt von Schafen und wunderschönen Aussichten. So stellen sich einige Reisende ihren Irland Urlaub vor. Doch leider ist das Wildcampen in Irland untersagt. Das meiste Land befindet sich in Privatbesitz. Wer nett bei den Besitzern nachfragt hat dennoch gute Chancen die Nacht dort verbringen zu dürfen.

Frei zu campen ist in manchen Orten mit einer Genehmigung gestattet. Hierzu zählen der Wicklow Nationalpark, der Ballycroy Nationalpark sowie einige Orte in Kerry, Tipperary, Laois und Offaly. Die Erlaubnis kann beim zuständigen Förster oder der Parkbehörde eingeholt werden.

Irland bietet insgesamt ein gutes Netz von zertifizierten Camping-und Stellplätzen unterschiedlicher Ausstattung an. Mehr als 100 Stellplätze gehören dem Netzwerk von „The Irish Caravan and Camping Council“ an. Zwei Erwachsene zahlen im Schnitt 20 Euro pro Nacht. Preise in der Hauptsaison, welche von Juni bis August andauert, können höher ausfallen. Hier ist es auch empfehlenswert den Stellplatz vorzubuchen. In der restlichen Campingsaison, die um Ostern startet und im Oktober endet, bekommt man in der Regel problemlos einen Platz ohne Vorbuchung.


1 Bild: Das Wetter in Irland direkt am Atlantik ist gemäßigt.
Aufgrund der nördlichen Lage im Atlantik und dem warmen Golfstrom vor seinen Küsten ist das Klima in Irland gemäßigt. Der Winter ist relativ mild während der Sommer relativ kühl ist. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei etwa 10 Grad Celsius, im Sommer werden durchschnittlich 18 Grad erreicht. Das beste Wetter findet man im Südosten des Landes, auch bekannt als „the sunny southeast“. Vergleichsweises häufig regnet es hingegen im Westen. Die Schauer dauern aber nicht lange an, oft folgt direkt danach Sonnenschein. Die Iren bezeichnen ihren Regen auch als „liquid sunshine“- flüssige Sonnenstrahlen.

Typisch für das Wetter in Irland ist, dass es sich ständig ändern kann. Reisende sollten daher gewappnet sein und immer Regenschirm und Sonnenbrille bei sich haben. Auch wenn es im Sommer nicht zu heiß wird, sollte man sich nicht täuschen lassen und immer Sonnenschutz auftragen. Durch die geringe Luftverschmutzung scheint die Sonne ziemlich stark.

Dank der milden Temperaturen kann Irland das ganze Jahr über bereist werden. Für Aktivurlauber eignen sich die Sommermonate mit bis zu sieben Sonnenstunden wohl am besten. Aber auch der Frühling und Herbst eignen sich sehr gut für eine Rundreise im Wohnmobil. Geheimtipp sind die Monate April und Mai, denn es wird langsam wärmer, alles fängt an zu blühen und es sind noch nicht allzu viele Touristen unterwegs.
Wer nach Irland reisen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Die schnellste Variante ist per Flugzeug. Von Frankfurt am Main in die irische Hauptstadt Dublin sind es gerade mal knapp 2 Stunden. Neben dem Flughafen in Dublin gibt es in der Republik Irland noch fünf weitere internationale Flughäfen, die angesteuert werden können. Diese sind Cork, Shannon, Knock, Donegal und Kerry. Außerdem gibt es noch Belfast in Nordirland. Direktflüge aus Deutschland sind mit Lufthansa, Eurowings sowie den irischen Gesellschaften Aer Lingus und Ryanair möglich.

Eine andere Möglichkeit ist die Anreise per Fähre und eigenem Fahrzeug. Hier gibt es die Option direkt oder über Großbritannien zu reisen. Folgende Häfen dienen dabei als Startpunkt:
In Frankreich sind es Roscoff, Cherbourg, Calais und Le Havre.
In Belgien ist es Zeebrügge.
In den Niederlanden sind es Hoek van Holland oder Rotterdam.


In Irland können folgende Häfen angesteuert werden: Cork im südwestlichen Irland, Rosslare im südöstlichen Irland oder Dublin und Dun Laoghaire im Osten des Landes. In Nordirland kann man an den Häfen Ballycastle, Belfast und Larne anlegen. Die schnellere Variante ist auf der Landbridge via England und Wales, die landschaftlich schönere Route geht durch Frankreich. Beim letzteren dauern Autofahrt und Überfahrt zwar länger, dafür hat man den Vorteil nur einmal auf der Fähre einchecken zu müssen.

Eine weitere, jedoch sehr zeitintensive Option ist die Anreise per Bahn. Hier geht es von Deutschland aus nach Brüssel oder Paris und anschließend mit dem Eurostar durch den Euro Tunnel nach London. Ein kurzer Bahnhofswechsel in London ist notwendig, um den nächsten Zug nach Holyhead zu nehmen. Dort angekommen wechselt man auf die Fähre Richtung Dublin. Wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, sollte viel Zeit mitbringen. Von Köln HBF nach Dublin sind es min. 16 h, von Berlin HBF aus sind es min. 24h.

Die Republik Irland ist ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union, allerdings ist sie kein Mitglied des Schengen Abkommens. Dies bedeutet, dass man bei der Einreise kontrolliert wird. Ein gültiger Reisepass oder Personalausweis reichen aus. Ein Visum ist nicht notwendig.

1 Bild: Gerade auf den kurvigen Panoramastraßen entlang der Küste ist es wichtig sich auf die Straße zu konzentrieren.
Wer mit Wohnmobil oder Mietauto durch Irland reisen möchte, sollte sich mit den Verkehrsregeln vertraut machen. Für den ein oder anderen kann die Autofahrt durch Irland eine kleine Herausforderung darstellen, denn es gilt Linksverkehr. Anders als in Großbritannien gilt aber bei der Vorfahrt die Rechts-vor-Links Regelung. Die oftmals engen und kurvenreichen Landstraßen, das tolle Panorama, die unzähligen Fotomotive sowie die Schafsherden am Straßenrand können Autofahrer schnell ablenken. Aus diesem Grund ist es wichtig immer wieder Pausen einzulegen, um konzentriert weiterfahren zu können.

Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten betragen Innerorts 50 km/h, Außerorts 80 km/h und auf Autobahnen sind max. 120 km/h erlaubt. Unerfahrene Fahrer sollten die Geschwindigkeit anfangs reduzieren. Die Iren selbst sind meistens auch langsame und vorsichtige Fahrer.

1 Bild: Auf Straßenschildern findet ihr häufig sowohl die englische als auch die gälische Schreibweise.
Das Straßennetz in Irland ist allgemein gut ausgebaut, es gibt wie bei uns Autobahnen, National- und Landstraßen. Autobahnen werden mit einem „M“ (Motorway) markiert, Nationalstraßen haben ein „N“ und Landstraßen werden durch ein „R“ gekennzeichnet. Auch anhand der Verkehrsschilder lässt sich erkennen auf welcher Straße sich Reisende befinden. Schilder auf der Autobahn haben eine weiße Schrift auf blauem Hintergrund, auf Nationalstraßen sind die Schilder grün mit weißer Schrift und auf Landstraßen wird mit schwarzer Schrift auf weißem Grund geschrieben. Distanzen werden in Kilometern angegeben. Auch wenn die Distanzen entlang der Küste nicht groß erscheinen, sollten Reisende genug Zeit einplanen. Anders schaut es in Nordirland aus, denn hier wird die Distanz in Meilen ausgeschrieben. Eine Meile sind 1,61 km.Statt der Kennzeichnung mit „N“ bzw. „R“ für National- und Landstraßen werden in Nordirland Bundes- bzw. Landstraßen mit „A“ und „B“ gekennzeichnet.

In der Republik Irland gibt es einige Mautstraßen. Hier ist wichtig, dass die Mautgebühr schnell an einer Mautstelle bezahlt wird, und zwar bis spätestens 20:00 Uhr am Folgetag. Sonst drohen eine Strafe und Inkasso. Lediglich die Mautgebühr für die Ringstraße um Dublin (M50) muss online oder in örtlichen Geschäften, Tankstellen beglichen werden.
1 Bild: Dem ein oder anderen wird Skellig Island aus den neuen Star Wars Filmen bekannt vorkommen. Luke Skywalker hatte hier sein Versteck.
Vor der Westküste Irlands sind eine Reihe faszinierender irischer Inseln zu finden. Einige sind über Brücken vom Festland zu erreichen, z.B. Achill und Valentia, andere können nur mit kleinen Booten oder Flugzeugen erreicht werden. Die bekanntesten Inseln sind Achill Island, Aran Islands, welche aus drei Inseln besteht, Arranmore Island, Blasket Islands, Gola Island, Inishbofin Island, Inishfree Island, Innisfallen Island, Island Roy, Rutland Island, Skellig Islands, Tory Island und Valentia Island.

Was es jeweils auf den einzelnen Inseln zu entdecken gibt, kannst du hier nachlesen.
Wie jedes andere Land auch, hat Irland seine eigenen Leckereien und Spezialitäten. Wir stellen euch vor, worauf ihr euch bei eurem nächsten Restaurantbesuch in Irland freuen könnt.

Starten wir mit dem Frühstück, auch bekannt als Irish Breakfast. Und nein, wir meinen nicht das Englisch Breakfast, auch wenn es Ähnlichkeiten gibt. Als Starter gibt es einen Porridge, also einen Haferbrei. Danach folgt ein Teller mit Rührei oder auch Spiegelei, angebratenen Speckscheiben und kleinen Würstchen aus Schweinefleisch, angebratenen Tomaten sowie Kartoffelecken oder Toast. Die traditionellere Variante ersetzt das Toastbrot durch Farmhouse Soda Bread, einem Vollkornbrot ohne Sauerteig. Soweit, so gut. Doch das Besondere am Irish Breakfast fehlt noch. Und zwar der White Pudding und der Black Pudding. Wer jetzt denkt, dass eine Süßspeise serviert wird, der irrt sich. Denn beim White Pudding handelt es sich um eine angebratene Wurstscheibe, bestehend aus Schweinefleisch, Schweine- und Rindernierenfett sowie Brot und Haferflocken. Der Black Pudding, auch bekannt als Blutpudding hat zusätzlich- wie der Name schon vermuten lässt- noch Schweineblut. Dieses Frühstück ist also nichts für jedermann. Besonders Vegetarier und Veganer können das reichhaltige Irish Breakfast nicht genießen.

1 Bild: Kartoffeln sind eines der wichtigsten Bestandteile traditioneller irischer Gerichte.
Weiter geht es bei den Speisen für das Mittag- bzw. Abendessen. Traditionell essen die Iren viele Aufläufe und Eintöpfe. Als Fleisch wird meistens Lamm oder auch Rind verwendet, Schweinefleisch ist weniger häufig auf dem Teller der Iren. Das bekannte Irish Stew ist ein Eintopf mit Lammfleisch, Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, sowie Kräutern, welches mehrere Stunden lang auf kleiner Flamme gegart wird. Lange Zeit galt der Eintopf als Arme-Leute-Essen, weswegen viele Restaurants das Gericht nicht servierten. Doch die Köche experimentierten viel und brachten die Speise zurück in die irische Küche. Eine Abwandlung des Irish Stew ist der Dublin Stew, welcher aufgrund von Chilli und Knoblauch schärfer schmeckt. Keine Lust auf Lammfleisch? Kein Problem, es gibt noch den Dublin Coddle. Neben Kartoffeln sind noch Speck, Schweins- und/oder Rindswurst die Hauptzutaten des Gerichts.

Die nächste Speise ist für Vegetarier geeignet. Die Rede ist von Colcannon. Hierbei handelt es sich um einen Kartoffelbrei gemixt mit Grünkohl oder Wirsing. Verfeinert wird das Ganze mit Lauch, Zwiebeln, Milch und Sahne. Früher wurde es als Hauptspeise serviert, heutzutage dient es eher als Beilage für ein Fleischgericht. Der nordirische Kartoffelbreimix (Champ) ist ähnlich wie Colcannon, jedoch werden hier Kohl und Lauch durch Frühlingszwiebeln und Schnittlauch ersetzt. Wie ihr schon gemerkt habt, finden sich in sehr vielen Gerichten Kartoffeln wieder, so auch im Potato Bread. Aus Kartoffeln und Mehl werden kleine flache Fladen geformt und ähnlich wie Pfannkuchen in der Pfanne angebraten. In Nordirland ist dies eine beliebte Beilage zum Frühstück. Selbst im Shepherd’s Pie, neben dem Irish Stew wahrscheinlich das bekannteste irische Essen spielen Kartoffeln eine große Rolle. Es handelt sich hierbei um einen Hackfleischauflauf mit Kartoffeldecke.

Wer gerne Fisch und Meeresfrüchte speist, der ist in Irland genau richtig. An der Küste gibt es viele Leckerein aus dem Meer, ein Highlight ist der frisch geräucherte Lachs- smoked Salmon. Den sollten sich Fischliebhaber nicht entgehen lassen. Ein weiteres Highlight sind die frischen irischen Austern, die es besonders im September an der Westküste des Landes zu genießen gibt. Wer Austern nicht besonders mag, kann Muscheln probieren, von der Venusmuschel bis zur Jakobsmuschel. Im Süden Irlands spielen Muscheln eine große Rolle im Essen. Wer einen kleinen Snack für zwischendurch sucht, der kann gerne mal frittierten Aal in einem Brötchen probieren. Typisch irisch ist auch Seafood Chowder. In der Suppe findet man neben den Leckereien aus dem Meer noch Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, Petersilie und eine große Portion Sahne. Manchmal wird alles püriert und als eine dickflüssige Brühe serviert. Keine Lust auf Suppe? Wie wäre es mit Crab Claws? Die frischen Krebsscheren werden mit viel Butter serviert und sind ein sehr beliebtes Gericht.

An besonderen Festtagen, wie Osten oder Weihnachten kommt Bacon & Cabbage auf den Tisch. Bei diesem Gericht handelt es sich um einen speziell gepökelten Schweineschinken mit herzhaftem Kohlgemüse und Kartoffeln.

1 Bild: Süße irische Speisen
Kommen wir nun zum süßen Teil, der für alle, die gerne naschen, interessant ist. Ein Highlight hier ist Barmbrack, ein Früchtekuchen, der mit viel Tee im Teig gebacken wird. Es handelt sich im Prinzip um Rosinenbrot, das mit Butter gegessen wird. An Halloween essen die Iren besonders gern Barmbrack, aber mit besonderen Zutaten. Es werden verschiedene Gegenstände wie ein Ring, ein Stück Stoff, eine Münze usw. eingebacken. Ihr fragt euch wahrscheinlich, ob die Iren irre sind oder warum sie Fremdkörper in ihr Gebäck tun. Die Erklärung dahinter ist simpel: Der Barmbrack soll die Zukunft vorhersagen. Bekommt derjenige ein Stück des Kuchens mit einem Ring, so heißt es bspw., dass die Person in naher Zukunft heiratet. Die Münze steht für ein erfolgreiches Jahr während das Stück Stoff Unglück mit sich bringt. Zum Tee, wovon die Iren wahnsinnig viel trinken, egal ob zum Frühstück, Mittag oder Abend, gibt es ein köstliches Gebäck, welches wahrscheinlich das berühmteste der grünen Insel ist. Die Rede ist natürlich von irischen Scones. Egal ob mit Butter oder Marmelade, die kleinen Gebäckstücke mit oder ohne Rosine sind immer ein Genuss.

Bei den irischen Getränken kommt einem sicherlich das Guiness Bier als erstes in den Sinn. Einen ausführlichen Artikel zu irischem Bier könnt ihr hier finden. Auch Whiskey aus Irland ist weltbekannt. Viele der Whiskeys werden dreifach destilliert und sind deswegen besonders weich und mild im Aroma. Mit einem Schuss Whiskey und dazu einer Haube aus geschlagener, aber noch leicht flüssiger Sahne wird auch der berühmte Irish Coffee serviert.

In Irland wird mit dem Euro bezahlt, in Nordirland hingegen wird der Pfund Sterling als Zahlungsmittel genutzt. Die Nutzung von EC-/Kreditkarten ist weit verbreitet, sodass die Mitführung von hohen Bargeldsummen nicht notwendig ist. Eine Ausnahme bilden kleine Orte, da hier oftmals Bargeld bevorzugt wird. Trinkgeld wird gerne gesehen, ist aber keine Verbindlichkeit. 10% der Rechnung sind hier üblich. Sollte auf der Rechnung jedoch schon ein „Service Charge“ aufgeführt sein, so ist kein weiteres Trinkgeld notwendig. In Pubs ist es eher unüblich Trinkgeld zu hinterlassen. Wer sehr zufrieden mit der/dem Bartender(in) ist, kann ihr/ihm einen Drink ausgeben. Taxifahrer freuen sich, wenn der Betrag aufgerundet wird.

Die Geschäfte haben in der Regel montags bis samstags von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Donnerstags haben einige größere Geschäfte bis 20 oder 21 Uhr geöffnet. Große Einkaufszentren und Kaufhäuser öffnen auch sonntags, dann ab Mittag bis 17 Uhr/18 Uhr. Supermärkte haben unter der Woche meistens bis 22 Uhr auf, sonntags bis 20 Uhr.
Irland gilt als sicheres Reiseland. Nichtsdestotrotz kommt Kleinkriminalität vor, vor allem an belebten Orten wie Flughäfen, Bahnhöfen und Touristen-Hotspots. Auf unbewachten Park- und Campingplätzen kommt es gelegentlich zu Fahrzeugdiebstählen und -aufbrüchen. Daher sollten Wertsachen nicht im Fahrzeug gelassen werden.

1 Bild: Irland blüht fast das ganze Jahr über dank seines mediterranem Klimas.


Dank des ganzjährig milden Klimas sind mehr als 90% der Insel von Grasland bedeckt. Daher kommt auch der berühmte Name „grüne Insel“. Doch Irland hat weitaus mehr als nur Gras unterschiedlicher Grüntöne zu bieten. Pflanzen aus den unterschiedlichsten Klimazonen wachsen hier nebeneinander, seien es Blütenpflanzen aus der Arktis, Nordamerika oder der iberischen Halbinsel. Reisende können zu jeder Jahreszeit die blühenden Schönheiten Irlands bewundern und tolle Fotos knipsen.

Bei einer Tour über den Vee-Pass in der Knockmealdown-Bergkette können tausende meterhohe, wilde Rhododendronbüsche- die Nationalpflanze Nepals- entdeckt werden. Das Heidekraut in Wicklow färbt die Landschaft von Juni bis September rosa-violett. Die Karstlandschaft Burren erstrahlt von Ende April bis August in blau, verantwortlich dafür ist der blaue Frühlings-Enzian.

1 Bild: Der gefährdete Papageientaucher brütet an Klippen im nördlichen Atlantik.
Auch tierisch hat die kleine Insel so einiges zu bieten- egal ob an Land, in der Luft oder unter Wasser. Nationaltier der Iren ist der Rothirsch. Wer diesen und Rehen begegnen möchte, hat in der Dämmerung oder nachts die besten Chancen. Bei einer Wanderung durch einen der sechs Nationalparks können Besuchern auch einheimische Hirsche, Dachse und Füchse über den Weg laufen. Die Artenvielfalt in der Luft ist mit rund 450 unterschiedlichen Vogelarten deutlich größer als die an Land. Vogelbeobachter können Zaunkönige, Buchfinken, Wildgänse, Stein- und Seeadler und sogar den bedrohten Papageientaucher beobachten.

An der Westküste des Landes tummeln sich Finnwale, Buckelwale, Delfine und manchmal sogar Orcas. In den kälteren Monaten stehen die Chancen besonders gut, dass man sie sieht. Doch wer im Sommer nach Irland reist, kann sich auch freuen, und zwar auf Rundkopfdelfine, Riesenhaie und Mondfische. Auf einer Kajaktour entlang der Atlantikküste können zudem Robben beobachtet werden, die auf Sandbänken oder Felsen entspannen.
Für die Einreise nach Irland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Es wird jedoch empfohlen die Standardimpfungen aufzufrischen, sofern sie sich nicht auf dem aktuellen Stand befinden. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist als Reiseimpfung empfohlen. Bei längeren Aufenthalten wird Kindern und Jugendlichen eine Meningokokken-Impfung empfohlen.
Die Iren sind sehr gastfreundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen. Sie sind bekannt als eines der freundlichsten Völker Europas. Ihr witziger, teils sarkastischer und schwarzer Humor ist anfangs wahrscheinlich etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn sie sich über die Besucher lustig machen. Aber keine Sorge, es ist ein gutes Zeichen. Sie witzeln nur mit denjenigen, die sie mögen. Typisch Irisch sind nicht nur der St. Patrick’s Day und das weltberühmte Guinness, welches 1859 von Arthur Guinness eingeführt wurde und heute das beliebteste irische Getränk ist. Irlands Tradition und Kultur umfasst noch viel mehr und lockt dabei jährlich Millionen von Besuchern an. 2018 wurde mit über 10 Millionen Touristen aus aller Welt ein Rekord verzeichnet.

1 Bild: Die Harfe ist eines der Nationalsysmbole Irlands.
Unterhaltung Nummer eins auf vielen Events ist der irische Tanz, dessen Anfänge die Ringtänze der Druiden waren. Über die Jahrhunderte haben sich besonders drei verschiedene Tanzarten etabliert: der Irish Hey, Rinnce Fada und der Trenchmore. Ersteres beschreibt einen Rund- und Figurentanz, beim Rinnce Fada stehen sich zwei Reihen gegenüber, letzteres basiert auf freien Formationen, die ihre Ursprünge in irischen Dorftänzen haben.Weltweit populär wurde der irische Tanz durch Riverdance. Beim Eurovision Songcontest 1994 wurde der irische Stepptanz präsentiert, begleitet von keltischer Musik.

Zu den bekanntesten irischen Sportarten gehören Hurling und Gaelic Football. Das Outdoor-Feldspiel Hurling ist der schnellste Feldsport der Welt. Hierbei treten zwei Teams mit je 15 Spielern gegeneinander an. Ziel ist es den Hurling Ball, genannt Sliotar mit einem Hurling Stick über die Latte oder ins Netz zu schlagen, um ein Tor zu erzielen. Jährlich findet das All Ireland Hurling Turnier statt, bei dem alle Grafschaften Irlands gegeneinander um den Sieg kämpfen. Gaelic Football ist eine Mischung aus Rugby und Fußball. Der Ball darf von den 15 Mitspielern pro Team mit jedem Körperteil gespielt werden, auch mit der Hand. Das Tor sieht aus wie beim Rugby. Landet der Ball unter der Latte, so gibt es 3 Punkte, fliegt er zwischen die Pfosten oberhalb der Latte, so gibt es einen Punkt.

Irland hat eine Reihe von Symbolen und Zeichen, die die Kultur prägen. Seit dem 13. Jahrhundert ist das Nationalsymbol Irlands die Harfe. Seit dem 19. Jahrhundert wird die Harfe im Wappen der Republik Irland abgebildet. Heutzutage ist die Harfe auch auf Münzen, Pässen und staatlichen Dokumenten zu finden. Das Instrument gilt als das älteste, welches in altertümlichen Sagen gefunden wird. Die älteste Harfe der Welt ist geschätzt rund 600 Jahre alt und kann im Trinity College in Dublin bewundert werden. Eins der vielen Wahrzeichen Irlands ist das Kleebatt „Shamrock“. Der Heilige Patrick nutzte ein dreiblättriges Kleeblatt, um der irischen Bevölkerung die Dreifaltigkeit, bestehend aus Vater, Sohn und heiligem Geist zu erläutern. Heute findet man das Shamrock auf vielen irischen Produkten wieder, so ziert es z.B. die irische Fluggesellschaft Air Lingus. Es ist auch ein Bestandteil von manchen Bräuchen Irlands. So findet man Klee in Brautsträußen wieder, weil es Glück für das Liebesleben bringen und für baldigen Nachwuchs sorgen soll.

Der irische Kobold „Leprechaun“ ist ein weiteres Wahrzeichen des Landes. Einer Legende nach hortet jeder irische Kobold sein Gold an einem bestimmten Ort, den nur er und niemand anderes kennt. Für Menschen ist das Versteck nur sichtbar, wenn es regnet und anschließend die Sonne scheint, denn das Ende des Regenbogens markiert das Versteck. Neben dem Goldtopf befindet sich dort der Lucky Charm Garden, ein Garten mit vielen vierblättrigen Kleeblättern. Das Wort „Leprechaun“ leitet sich aus dem mittelirischen Wort „luchorpán“ ab und bedeutet so viel wie „kleiner Körper“. Daher werden Leprechauns auch gerne als das kleine Volk bezeichnet. Der Claddagh Ring ist ein weiteres Symbol der Iren und wird als Zeichen der Liebe verstanden. Der Claddagh Ring besteht aus zwei Händen, die ein Herz halten, darüber ist eine Krone. Die Hände symbolisieren Freundschaft, das Herz steht für die Liebe und die Krone stellt Loyalität dar.

1 Bild: Ein traditioneller Irish Pub
Etwa 10.000 Jahre v. Chr. begann die Besiedlung Irlands durch die Völker Tuatha de Danaan und Firbolgs. Die ersten Kelten setzten 400 v. Chr. ihren Fuß auf die Insel und prägten das Land entscheidend für die Zukunft. So sind die irische Sprache und die Kultur keltischen Ursprungs. Wenn man an die irische Kultur denkt, so kommt einem direkt eine Person in den Sinn, nämlich der Heilige Patrick. Er wurde im Jahre 432 in Rom zum Bischof ernannt und mit der Konvertierung Irlands zum christlichen Glauben beauftragt. Mithilfe eines dreiblättrigen Kleeblattes, dem Wahrzeichen Irlands, verdeutlichte er der irischen Bevölkerung die Trinität (Dreieinigkeit). Seit 1737 wird am 17.03, seinem Todestag St. Patrick’s Day gefeiert.

Anders als England fiel Irland nicht in die Hände der Römer- stattdessen eroberten Wikinger das Land. Erst bei der Schlacht von Clontarf im Jahre 1014 gelang es dem König Brian Boru die Wikinger von der Insel zu vertreiben. Gegen Mitte des 12. Jahrhunderts fielen die Normannen in das Land ein und besetzten große Teile Irlands. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Ostküste Irlands von der englischen Krone besetzt und zum englischen Hoheitsgebiet erklärt. Die Iren litten sehr unter der englischen Herrschaft. Über die nächsten Jahrhunderte gab es viele weitere Auseinandersetzungen zwischen England und Irland. Kurz nach dem 1. Weltkrieg brach der Unabhängigkeitskrieg aus. Erst 1921 wurde der Anglo-Irische Vertrag unterzeichnet und somit der Unabhängigkeitskrieg beendet. Damit einher ging die Teilung des Landes in Nordirland und die Republik Irland. Im Jahre 1998 schlossen Nordirland und Irland mit dem Good Friday Abkommen einen Friedensvertrag. Mit diesem Vertrag wurden Grenzkontrollen abgeschafft.

Amtssprachen in der Republik Irland sind Englisch und Irisch, auch Gälisch bzw. auf Irisch Gaelige genannt. Die Sprache entstammt dem keltischen und zählt zu den ältesten und geschichtsträchtigsten Schriftsprachen der Welt. Heutzutage wird sie nur noch von einem kleinen Teil der Bevölkerung im Alltag gesprochen. Gälisch ist ein Unterrichtsfach in der Schule, welches alle Schüler belegen müssen. Auch Besucher kommen in Kontakt mit der gälischen Sprache, und zwar direkt bei der Ankunft. Alle Straßen in der Republik Irland sind auf Englisch und Gälisch ausgeschildert.
Die Republik Irland ist eine parlamentarische Demokratie mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt. Die Staatsform der Republik haben sie seit 1937. Der EU traten die Iren 1973 bei. Irland ist kein Mitglied der NATO, da sie den Ansatz von militärischer Neutralität verfolgen. Sie sind aber seit 1999 im Rahmen des Partnerships for Peace Programms und als Mitglied des Euro-Atlantic Partnership Councils mit der NATO verbunden.
1 Bild: Guinness und Kilkenny zählen zu den beliebtesten Biermarken des Landes.
St.Patrick war kein Ire. Geboren wurde er in Wales und als Sklave nach Irland verschleppt.
Guinness, das Getränk Nummer eins Irlands wird von Briten und Nigerianern mehr getrunken als von den Iren selbst.
Irland war das erste Land weltweit, dass die gleichgeschlechtliche Ehe legalisierte. Dies geschah 2015.
Eine Legende besagt, dass St. Patrick die Schlangen aus Irland vertrieben hat. Wissenschaftler sagen jedoch, dass es nie Schlangen auf der grünen Insel gegeben haben soll.
Talentierte Sänger: Mit 7 Siegen beim Eurovision Song Contest hat Irland den Wettbewerb öfter als jede andere Nation gewonnen.
Halloween entstand aus einer irischen Tradition, nämlich dem antiken keltischen Fest Samhain. Mit dem Fest wird der Beginn des dunklen Halbjahrs im keltischen Kalender eingeläutet.
Die berühmten Klippen von Moher sind in verschiedenen Filmen zu sehen, so z.B. in „Harry Potter und der Halbblutprinz“, „Die Braut des Prinzen“, „Der Mackintosh-Mann“...
Muckanaghederdauhaulia- so heißt ein kleines Dorf in Connemara in der Grafschaft Galway. Mit 22 Buchstaben ist es der längste englische Ortsname.
Es leben mehr Iren außerhalb Irlands als in Irland selbst. Die meisten davon sind in Australien, Kanada, Argentinien, Südafrika und im Vereinigten Königreich.
Entgegen dem Vorurteil, dass alle Iren rothaarig sind, haben nur etwa 9% der Iren rote Haare.